Bad Zurzach

Kinder geben den Startschuss für die Ostumfahrung – die Bauarbeiten fürs Generationen-Projekt können beginnen

In Bad Zurzach hat der Spatenstich für das grosse Verkehrsprojekt stattgefunden. Die Kosten für die Umfahrung betragen 75 Millionen Franken.

«Achtung, fertig, los!» Auf das Kommando des Kantonsingenieurs Rolf H. Meier stachen am Freitag die Bad Zurzacher Erstklässler, ausgerüstet mit farbigen Schaufeln und Zipfelmützen, in den Haufen vor sich, schaufelten das Kies um und symbolisierten damit den Spatenstich zum Baubeginn des Grossprojektes Ostumfahrung. 

Das 75 Millionen Franken teure Projekt soll ab Sommer 2023 den historischen Ortskern vom Durchgangsverkehr entlasten. Bad Zurzach ist als einziger Marktflecken im Kanton im «Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung» aufgeführt.

Kleine Schaufeln und grosse Pickel: Spatenstich zur Ostumfahrung Bad Zurzach

Spatenstich in Bad Zurzach: Die Kinder schaufeln fleissig und Gemeindeammann Bernhard Scheuber sinniert über Flanieren ohne Autolärm in der Schwertgasse.

Mit dem Baustart befinde sich das Generationenprojekt nun endlich auf der Zielgerade, sagte Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt zu den rund hundert Anwesenden. Darunter befanden sich auch alt Ammann Franz Nebel und Attigers Vorgänger, Regierungsrat Peter Beyeler.

Beide hatten das Projekt während ihrer Amtszeit begleitet. «Viele warten schon Jahrzehnte auf die Umfahrung», sagte Attiger. Schon 1989 bei der Eröffnung der Nordumfahrung von Bad Zurzach zur Beruhigung des Verkehrs auf der Ost-West-Achse sei klar gewesen: «Auch für den Nord-Süd-Verkehr braucht es eine Entlastung.»

Projekt Ostumfahrung landete vor Bundesgericht

2012 sagten an der Gemeindeversammlung 495 der 780 anwesenden Bad Zurzacher Ja zum Kredit für den  Gemeindebeitrag von 9,2 Millionen Franken. «Dass das Quorum direkt erreicht wurde, ist für ein solches Projekt einzigartig», sagte Attiger. 24 Einwendungen, eine davon vom VCS Aargau, verzögerten das Projekt. 2018 erhielt die Fleckenumfahrung aber grünes Licht vom Bundesgericht.

Während Attiger in die Vergangenheit des Projekts blickte, nahm der frischgewählte Ammann Bernhard Scheuber die Anwesenden auf eine «Fahrt in die Zukunft» mit: «Stellen Sie sich vor, es ist August 2023, Sie freuen sich über die kürzlich eröffnete Umfahrung und flanieren auf der Schwertgasse, die nun von Kinderwagen, Rollatoren und Cafés in Beschlag genommen wird.»

Kinder könnten auf dem Trottoir spielen, ohne dass Eltern Angst vor schnell vorbeifahrenden Autos haben müssten. Damit sprach Scheuber eines der Teilprojekte des Fleckenkonzepts der Gemeinde an, das ebenfalls seinen Beitrag zur Verkehrsentlastung leistet und gleichzeitig mit der Ostumfahrung umgesetzt wird.

Ein Grossteil der rund 10'000 Fahrzeuge täglich wird mit der Umfahrung vom Achenberg herkommend vor der Ortseinfahrt rechts am Bezirkshauptort vorbeigeleitet. Nach rund 200 Metern führt die neue Strasse in den 530 Meter langen Tunnel. Kurz vor dem Bahnuntergang und dem Zoll kommen die Fahrzeuge auf der Promenadenstrasse beim Knoten Glocke wieder ans Tageslicht.

Verkehr wird über die Nordumfahrung umgeleitet

In der ersten Bauphase, die am Montag startet, wird hauptsächlich am nördlichen Tunnelportal und dem zukünftigen Knoten Glocke in der Nähe des Grenzübergangs gearbeitet, dem Anschluss der Umfahrungsstrasse an die bestehende Kantonsstrasse. Ab dem 3. Februar bis November ist der Abschnitt zwischen Zürcherstrasse und dem Knoten Zoll gesperrt.

Der Verkehr wird über die Nordumfahrung umgeleitet. Ein wichtiger Meilenstein der ersten Etappe ist der Abbruch der bestehenden SBB-Brücke und der Einhub der neuen, vorfabrizierten Brücke an einem Wochenende im kommenden Sommer. Die weiteren Bauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2022 ausgeführt. Anschliessend erfolgt die Ausrüstung des Tunnels mit der Betriebs- und Sicherheitsanlage und im Sommer 2023 die geplante Inbetriebnahme.

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