Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) sucht derzeit nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager. Wird der hoch radioaktive Abfall aus Atomkraftwerken künftig in Leibstadt verladen und dort für die Einlagerung in das geplante Tiefenlager umverpackt? Geht es nach dem Landkreis Waldshut, dann lautet die Antwort Nein. Landrat Martin Kistler warnt vor einer möglichen Belastung des Rheins als Trinkwasserreservoir: «Wir sind bereit, Lasten mitzutragen, haben aber Interesse an einer grösstmöglichen Sicherheit», sagt Kistler am Montag an einer Pressekonferenz.

Die Risiken bei der Verpackung ausgedienter Brennstäbe seien hoch und sie sollte abseits des Rheins erfolgen, findet Kistler. Das Risiko, dass in einer sogenannten heissen Zelle «Emissionen freigesetzt werden, ist gross». Eine dezentrale Verpackung von Atommüll sei eine «unnötige Risikoerhöhung». Es sei fahrlässig, wenn man es an einem Ort wie Leibstadt tut, wo sofort Schäden für Mensch und Natur eintreten könnten. Gemeint ist damit die Verseuchung von Trinkwasser.

Im Mai war bekannt geworden, dass die Schweiz möglicherweise von den geltenden Überlegungen Abstand nehmen könnte, abgebrannte Brennstäbe der fünf Schweizer Atomkraftwerke (Leibstadt, Beznau I und II, Gösgen und Mühleberg) in den geplanten Oberflächenanlagen verpacken zu lassen. Diese Oberflächenanlagen sind in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem späteren Endlager geplant.

Kai Oldenburg, Südkurier