In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni hatten Vandalen die Fassade des Kindergarten-Neubaus Sonnenrain verschmiert (die AZ berichtete). Der oder die Täter bedienten sich eines Farbkübels, den die Handwerker deponiert hatten, und bewarfen damit an zwei Stellen die Aussenwand. Mehrere Quadratmeter der Holzfassade sind betroffen. Die Spuren am 1,1 Millionen Franken teuren Neubau waren bei der Einweihung am 1. September noch immer zu sehen. Doch Spuren hat auch die Täterschaft hinterlassen.

«Die DNA der Täterschaft konnte am Tatort gesichert werden», sagt Lengnaus Ammann Franz Bertschi. «Sie ist jetzt in der Datenbank gespeichert. Eine Übereinstimmung mit bereits existierenden DNA-Profilen wurde aber nicht erzielt.» Sollte die Täterschaft indes bei anderer Gelegenheit in die Falle tappen, wäre auch der Fall Sonnenrain geklärt.

Schaden von 20'000 Franken

Mit Hightech-Methoden gegen Fassadenschmierer, ist das üblich? «Die Suche nach Spuren ist Teil der Tatbestandsaufnahme», sagt Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau. «Das können Fingerabdrücke sein, Fussspuren – oder wenn es erfolgsversprechend erscheint, auch ein potenzielles DNA-Profil.» Am Tatort in Lengnau wurde demnach etwas gefunden, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täterschaft zugewiesen werden kann. Etwa Zigarettenstummel oder gebrauchte Getränkeflaschen. Und offenbar wurden genug Spuren gefunden, um davon ein DNA-Profil zu erstellen. Die Kosten für eine DNA-Analyse liegen bei rund 400 bis 500 Franken. Der Schaden, den die Täterschaft an der Fassade verursacht hat, beträgt 20'000 Franken. Der Gemeinderat hat für Hinweise auf die Täterschaft eine Belohnung von 1000 Franken ausgesetzt. «Bisher sind keine Hinweise eingegangen, obwohl wir Diskretion zusichern», sagt Gemeindeammann Bertschi. Dass die Kantonspolizei der DNA-Spur nachgegangen ist, begrüsst Bertschi. Er erhofft sich davon eine abschreckende Wirkung.

Die Innenräume des Kindergartens konnten trotz Vandalismus termingerecht bezogen werden, auch der Einweihung mit einem Tag der offenen Tür stand nichts im Weg. Allerdings wurde die Fertigstellung der Fassade verzögert. Die verschmierten Holzlatten müssen ausgewechselt werden. Dies soll im Laufe des Herbsts geschehen.