Beide Seiten – Befürworter der Fusion wie Gegner – haben Flyer verteilt respektive durch die Post verteilen lassen und versuchen, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auf ihre Seite zu ziehen.

Am auffälligsten gestaltet ist der in Döttingen verteilte, mit «Döttinger Jugend und viele besorgte Einwohnerinnen und Einwohner» unterzeichnete Flyer im Format A4 mit dem Stoppschild «Fusion: Nein». Gross aufgemacht erfährt der Leser des Flugblattes: «Ihre Stimme zählt.» In kleinerer Schrift aufgelistet sind die Argumente, die nach Ansicht der Verfasser gegen einen Zusammenschluss der beiden Gemeinden sprechen: «Keine weitere Steuererhöhung, keine Geldverschwendung zum Vorteil weniger Profiteure, kein Identitätsverlust, für eine gesicherte Zukunft kommender Generationen.»

Auch Befürwoter verteilen Flyer

Dem steht ein in beiden Gemeinden verteilter, in Grösse und Darstellung unterschiedlich gestalteter Flyer der IG «Fusion Pro» gegenüber, auf dem ein Handschlag – eingerahmt von den beiden Gemeindewappen – zu sehen ist. Im oberen Teil des Flugblatts steht der Satz: «Mit Herz und Verstand stimmen wir Ja zur Fusion Döttingen-Klingnau und werden die stärkste Gemeinde im Bezirk!» In Klingnau ist ein Schokoladeherz aufgeklebt, das beim Verzehr mithelfen soll, die richtige Entscheidung zu treffen.

Auf der Döttinger Version sind die Argumente nachzulesen, die nach Meinung der Befürworter für ein ja zur Fusion sprechen: «Effiziente Gemeindeverwaltung, optimale Planung und Unterhalt der Infrastrukturen, professionellere Behörden und Kommissionen, weniger Druck auf das Kulturland, vereinfachte Zusammenarbeit bei Schule, Feuerwehr, Altersheim, Polizei, Wasserversorgung und Entsorgungen.»

Klingnauer Widerstand

Auch in Klingnau hat sich Widerstand gegen den Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde formiert. Mit einem A5-Flugblatt lässt eine Gruppe «Wir von Klingnau» verlauten, man wolle «unabhängige Klingnauer Einwohner, Ortsbürger und Städter» bleiben. Danach wird schweres Geschütz aufgefahren: «Wir Einwohner von Klingnau verzichten nicht auf unser Stadtrecht und die Ortsbürgerschaft. Wir sind stolz auf unser Schloss (…) und auf unsere Altstadt mit dem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Wir sind kein gewöhnliches Strassendorf».

Im unteren Teil des Flugblattes wird ersichtlich, dass das deutliche Nein der Nachbarn zur Fusion an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Anfang November Spuren hinterlassen hat: «Bei den verschlossenen Einwohnern des Dorfes Döttingen ist der eigentliche Sinn einer Gemeindefusion nicht angekommen, sie verstehen das nicht. Sie werden sich auch an der Urnenabstimmung von ihren Axpo-Millionen blenden lassen und uns Klingnauer mit grösster Wahrscheinlichkeit eine erneute Abfuhr erteilen. Das brauchen ‹wir von Klingnau› definitiv nicht.»