Gastronomie

Jungunternehmer eröffnen Brauerei-Pub unter altem Pfarrhaus in Endingen

In der Küche der Zivilschutzanlage der Kreisschule Surbtal in Endingen wird eifrig Bier gebraut.

In der Küche der Zivilschutzanlage der Kreisschule Surbtal in Endingen wird eifrig Bier gebraut.

In Endingen sind viele klassische Gaststätten verschwunden. Drei Freunde lassen die Tradition mit einem neuen Konzept aufleben. In einem Gewölbekeller bei der Kirche unter dem alten Pfarrhaus eröffnen sie ein Brauerei-Pub.

Die traditionelle Gastronomie hat in Endingen schon seit längerem einen schweren Stand. Vor gut 30 Jahren gab es noch neun Dorfbeizen. Heute streng genommen keine mehr: Die wenigen Lokale in der Surbtaler Gemeinde bieten chinesische, italienische Küche an; oder einen Take-away-Service.

Dass die heimische Trink- und Esskultur in Endingen immer mehr unter Druck gerät, ist auch drei Freunden aus dem Ort nicht entgangen. «Es ist schade, dass es im Surbtal nur noch wenig Beizen gibt», sagt Pascal Bucher, 25. Zusammen mit Fabio Indri, 23, und Nicolai Werder, 24, will er das gastronomische Angebot im Dorf nun ergänzen.

Am 11. September eröffnen die drei das «St.Georg’s Pub» in Unterendingen. Die Gäste erwartet ein rustikales Ambiente, in dem vor allem auf regionale Produkte wie Fleisch, Käse und Bier gesetzt wird. Das Lokal befindet sich in einem Gewölbekeller bei der Kirche unter dem alten Pfarrhaus.

Nebenbei zu hundert Prozent berufstätig

Die Öffnungszeiten beschränken sich auf den zweiten Freitag jedes Monats. «Wir machen das schwer im Hobbybereich», sagt Pascal Bucher. Die Jungunternehmer sind hundertprozentig berufstätig. Indri ist Hochbauzeichner, Werder Primarlehrer und Bucher Schulsozialarbeiter.

Im Tal sind die drei keine Unbekannten. Seit rund zwei Jahren brauen sie ein Mal im Monat in der Küche der Zivilschutzanlage der Kreisschule Surbtal in Endingen ihr eigenes Bier. Und das mit zunehmendem Erfolg. Die Nachfrage nach den 300 Flaschen, die sie alle vier Wochen abfüllen, ist stetig gestiegen. Abnehmer sind auch Grossanlässe wie beispielsweise die Bar der Expo Surbtal im vergangenen Jahr.

Bucher, Indri und Werder erfüllen sich mit der Eröffnung des «St.Georg’s Pub» einen lang ersehnten Traum. Seit zwei Jahren verbringen sie einen Grossteil ihrer Freizeit mit dem Umbau der Lokalität an der Alten Surbtalstrasse. Mit der Baubewilligung konnte auch ein neuer Boden verlegt, die Küche eingebaut, Strom und Wasser angeschlossen werden.

Grosse Unterstützung ist ihnen sicher

«Jetzt wartet noch die Detailarbeit», sagt Pascal Bucher, nicht ohne zu erwähnen, dass sie mit ihrem Vorhaben auf grosse Unterstützung zählen können. Seien es Freunde, sonstige Helfer oder der Gemeinderat und die Kirchenpflege. «Alle stehen dem Projekt mit viel Wohlwollen gegenüber.» Das schätzten die drei Brauer aus dem Surbtal sehr.

Ob der neue Einkehrort in Unterendingen tatsächlich einem Bedürfnis entspricht, muss sich zeigen. Auch, ob bei entsprechender Nachfrage die Betriebszeiten ausgedehnt werden. «Vorerst sicherlich nicht», sagt Bucher. Abgesehen von einzelnen Privatevents. Sie wollen den Pub vielmehr nach Lust und Laune führen. Was nicht heisst, dass die drei Gastronomen ihr Vorhaben nicht ernst nehmen. Das notwendige Schutzkonzept des BAG steht jedenfalls bereit. Desinfektionsspender sind bestellt, Adresslisten zur Rückverfolgung gedruckt und die Distanz zwischen den Tischen abgemessen.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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