Wislikofen

Jodler beschworen in Wislikofen den Frühling herauf

Der Jodlerklub vom Studenland Wislikofen mit den Telläbuebä. PID

Der Jodlerklub vom Studenland Wislikofen mit den Telläbuebä. PID

Zum Jahreskonzert begab sich der Jodlerklub vom Studenland auf die Wislikeralp. Der Einfluss der neuen Chorleiterin war bereits erkennbar.

In Schneisingen sah man tatsächlich noch frischen Schnee am Waldrand, in Wislikofen zauberten die Jodlerinnen und Jodler aber bereits den Frühling in die Mehrzweckhalle: Unter dem Motto «Uf de Wislikeralp» bot der Jodlerklub vom Studenland ein erfrischendes und unterhaltsames Programm in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle. Mit «I bi ne Buurebueb» erinnerten die Jodler an vergangene Zeiten. Zur Kulisse mit dem prächtigen Alpenpanorama passten die Jodellieder, welche der Natur gewidmet waren. So in «E nöie Tag», in welchem dem Schöpfer für jeden neuen Morgen gedankt wird. Einen stimmungsvollen Abend in den Bergen vermittelten die Jodlerinnen und Jodler mit dem «Alpsäge».

Der Einfluss der neuen Leitung mit Helga Schmid-Zimmermann, die selber Chorleiter ausbildet, ist nach den wenigen Proben bereits positiv erkennbar. Im «Steinmandli-Juiz», in dem die Männerstimmen den Rhythmus vorgaben, schwangen die Solostimmen der Jodlerinnen darüber hinweg. Und wenn die Sänger bisher statisch mit den Händen im Hosensack dastanden, kam jetzt mit ein paar Schrittfolgen sogar Bewegung in den Chor. Zu schmunzeln gab es beim Vortrag einer Kleinformation. «Mini, mini Freud» machte klar, das Leben auf der Alp ist doch nicht ganz ohne Sünde.

Prächtige Männer-Solostimmen

Ein Markenzeichen des Gastvereins «Tälläbuebä» aus Attinghausen ist die Tracht, die eben keine Tracht ist. Das weisse Hirtenhemd, der Ledergürtel, die kurzen Hosen, die handgestrickten weissen Socken und die Holzsandaletten erinnern an den Nationalhelden Tell. Der reine Männerverein besteht seit 75 Jahren und wird zurzeit von Rolf Lee geleitet. 50 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der heute 23 Mitglieder. Gerüchte zufolgen fänden nur Männer mit genügend Haaren an den Beinen Aufnahme, meinte ein Tellensohn.

Im Liederprogramm, das in Wislikofen vorgetragen wurde, überzeugte der Chor aus der Urschweiz als Gesamtes, aber auch mit seinen prächtigen Männer-Solostimmen. Neben den Liedern im Urner Dialekt wie dem Naturjodel «Arvi-Juiz» oder dem «Bätruef-Juiz» beschworen die Tellenbuben mit der «Ämmitaler Alpuffahrt» den Frühling herauf. Gemeinsam standen die Studenländer Jodlerinnen und Jodler mit dem Gastklub bei «Alpmorgen» auf der Bühne. Mit dem Gesamtchor und einem Mitternachtsjodeln, zu dem alle willkommen waren, wurde der unterhaltsame Abend abgeschlossen.

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