Bad Zurzach

«Jodeln erlebt in letzter Zeit einen Aufschwung»

Auch zum 100-Jahr-Jubiläum will der Verein wieder mit einer Jodlermesse im Verenamünster auftreten. (Archivbild)

Auch zum 100-Jahr-Jubiläum will der Verein wieder mit einer Jodlermesse im Verenamünster auftreten. (Archivbild)

Am Samstag zelebrierte der Jodelklub «am Rhy» Bad Zurzach seinen jährlich stattfindenden Jodlerobig im Zurzacher Gemeindezentrum. «Natürlich freut es uns, wenn ein Verein mit zwanzig Mitgliedern den Gemeindesaal füllen kann», sagt Präsident Markus ­Utziger. Er führte durch den Abend, stand als Moderator und erste Bassstimme auf der Bühne. Zwischen klassischen Jodelliedern lockerte die folkloristisch-jazzige Schlagerband The Background Gamblers die Stimmung auf. Mit dem ukrainischstämmigen Dirigenten Basil ­Pirijok hat man sogar noch einen russischen Tanz vorgeführt. Am Ende des Abends vereinigten sich Jodler von verschiedenen Delegationen weiterer Vereine zu einem fast 60-stimmigen Chor. Auch innerhalb der Jodlerfamilie hat die Digitalisierung die Vernetzung einfacher gemacht, was solche Auftritte ermöglicht.

Präsident Utzinger beobachtet erfreut, dass Jodlerfeste in den vergangenen Jahren wieder besser besucht werden. «Jodeln erlebt in letzter Zeit wieder einen Aufschwung. Wir können den Leuten den Brauchtum wieder näherbringen», sagt er. Auch die Nachwuchsfrage, die innerhalb der Jodlerszene aufgrund Überalterung eine grosse Rolle spielt, würden viele mittlerweile proaktiv angehen. Befreundete Vereine in Frick und Schneisingen hätten bereits gut besuchte Kinder-­Jodelchöre gegründet. «Das ist unsere Zukunft», so Utzinger. Der Jodelklub «am Rhy» könne derweil aktuell selbst keinen ­Kinder-Chor stellen, da fehle ein ­Dirigent, der diese Aufgabe übernehmen könne.

Doch die Bad Zurzacher Jodler sind momentan auch so personell gut aufgestellt. Seit vergangenem Jahr habe man 20 Mitglieder, so viele seien es seit längerem nicht gewesen, sagt Utzinger: «Trotzdem heissen wir jederzeit gerne neue Sängerinnen und Sänger bei uns willkommen.» Entsprechend zuversichtlich blickt man beim ­Jodelklub dem hundertsten Vereinsjahr entgegen, das 2021 ansteht. «In der heutigen Zeit ist es, gerade in städtischen und Agglomerationsgebieten, nicht immer einfach für Jodel- und andere Brauchtumsvereine. Wir freuen uns also, dass wir in dieser Zeit bestehen können», sagt Markus ­Utzinger.

Der 57-Jährige trat mit 18 Jahren den Jodlern bei, Kollegen hätten ihn mitgenommen und dann sei er «hängengeblieben» – der Zusammenhalt im Verein habe ihn fasziniert: «Jodlerkreise sind wie eine Familie. In der Tracht ist jeder gleich, das finde ich schön.» Natürlich spüre auch er die Veränderung, in fast 40 Jahren haben sich Mitglieder und Ansprüche ans Jodeln geändert. Das schlage sich auch in der Musik nieder: «Die heutige Zeit kehrt auch in die Lieder ein. Da geht es dann nicht mehr nur um Seen, Berge und Heimweh. Im ‹Füdlibürger› zum Beispiel jodeln wir über die Ansprüche an den modernen Schweizer.»

Festen und jodeln im Verenamünster

Doch trotz Veränderung stehe die Brauchtumspflege mit klassischen Jodelliedern und Tracht für den Jodelklub im Mittelpunkt. Sein 100-Jähriges will er im kommenden Jahr gross feiern. Am 26. September 2021 soll gefestet werden, Teil des Jubiläums soll auch eine Jodelmesse in der Kirche sein. ­Bereits in der Vergangenheit ­jodelte der Verein auch an Gottesdiensten.

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