Maia-Stiftung

«Jeder Franken zählt»: Mehr Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigung in Wislikofen

Der Umbau kostet insgesamt 3,5 Millionen Franken.

Der Umbau kostet insgesamt 3,5 Millionen Franken.

Die Maia-Stiftung erweitert in Wislikofen mit einem aufwendigen Umbau ihr Angebot. Nach Abschluss der drei Bauetappen soll die Einrichtung Platz für bis zu 18 Bewohner bieten. Nun erfolgt der Baustart.

Mit einem feierlichen Spatenstich erfolgte am Donnerstag der Start zur Umstrukturierung ihres vier Gebäude umfassenden Geländes oberhalb Wislikofens. In der Einrichtung leben heute 13 Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung – nach Abschluss der drei Bauetappen soll sie Platz für bis zu maximal 18 Bewohner bieten.

Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich.

Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich.

Der Umbau, der insgesamt 3,5 Millionen Franken kosten soll, wird einige Veränderungen bringen: Lediglich das «Haus 37», in dem Schreinerei, Töpferei und Weberei untergebracht sind, soll nicht umgebaut werden.

Bereits 2002 erste Umbau-Ideen

Christel Hebing gründete das Haus Goldenbühl 1978 mit fünf Bewohnern in einer alten Schreinerei. Der Betrieb wurde bald darauf in eine Stiftung umgewandelt: die Maia-Stiftung. 1997 übernahm Christels Sohn Benedikt das Haus Goldenbühl und führte es ins neue Jahrtausend. «Bereits 2002 gab es erste Ideen, das Gebäude umzubauen», erinnert sich der Institutionsleiter. Denn die Wohn- und Arbeitsräume sind in die Jahre gekommen. Die Inneneinrichtung entspricht teils nicht mehr den Vorschriften des kantonalen Bildungsdepartements (BKS), das auch für Sonderschulung, Heime und Werkstätten zuständig ist. Die Räume sind teilweise nicht gross genug, Sanitärzellen und behindertengerechte Ausstattung fehlen.

Wiederaufbau mit Raumaufteilung

Nachdem die Stiftung die Liegenschaften 2017 aus dem Privatbesitz erwarb, wurde die Planung zum Um- und Neubau konkret. Architekturstudierende der Hochschule Luzern haben die Liegenschaft zwei Jahre lang analysiert. Zuerst wurde erörtert, wann sich die Bewohner und Mitarbeiter wo aufhalten. «Im Anschluss haben sie analysiert, wie die Gebäude räumlich noch optimiert werden könnten», sagt Benedikt Hebing.

Die grösste Veränderung wird das Hauptgebäude, «Haus 36», betreffen. Bisher finden sich darin die Wohnräume von drei Bewohnern, Therapie-, Gymnastik- und Freizeiträume sowie Keller und Lager. Das Gebäude wird abgerissen und mit neuer Raumaufteilung wieder aufgebaut: Im Erd- und Obergeschoss entsteht neu ein Leichtholzbau, der Platz für mehr und grössere Wohnräume bietet.

Ausserdem wird mit Terrassen der Zugang zum Aussengelände neu gestaltet. Küche und Speisesaal werden dereinst das Erdgeschoss von «Haus 36» ausmachen. Sie waren bisher im «Haus 68» untergebracht, in dem durch die Umstrukturierung zusätzlicher Wohn- und Aufenthaltsraum entstehen soll. Der Umbau im «Haus 68» soll erfolgen, sobald der Neubau von «Haus 36» abgeschlossen ist. Laut Bauplan soll dies spätestens im Herbst kommenden Jahres der Fall sein.

Auf breite Unterstützung angewiesen

«Wir hoffen, dass wir in drei Jahren mit allen Etappen durch sind», sagt Hebing. Das Tagesgeschäft bei den Bauarbeiten weiterzuführen, ist eine zusätzliche Herausforderung. Die Bewohner werden während der unterschiedlichen Bauphasen auf die anderen Gebäude der Stiftung verteilt. «Wir bereiten den Umbau schon seit rund einem Jahr mit den Bewohnerinnen und Bewohnern vor und lassen sie an der Veränderung teilhaben. Sie merken zum Beispiel, dass Klavier und Cembalo nicht mehr an derselben Stelle stehen. So können sie sich langsam auf die Umstellung vorbereiten», erzählt er. Als letzter Schritt werden die Therapieräume im «Haus 26» untergebracht, wo sich bisher lediglich die Administration befindet. Erst dann wird in den anderen Gebäuden der Raum frei, um die Wohnplätze vergrössern zu können.

Um das kostenintensive Projekt zu stemmen, ist die Maia-­Stiftung auf breite Unterstützung angewiesen. Benedikt Hebing: «Das Fundraising hat recht gut gestartet. Wir sind zuversichtlich, dass die Motivation für Unterstützungen mit dem Spatenstich und dem Baustart intensiviert werden kann. Jeder Franken zählt.»

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