Wegzug

«In Sachen Mietpreise hat Baden quasi Zürich-Niveau»

Die Badener Filiale von Mauchle Getränke muss schliessen, das Gebäude wird abgerissen. Ein neues Lokal hat Stefan Haus (im Bild) noch nicht.

Die Badener Filiale von Mauchle Getränke muss schliessen, das Gebäude wird abgerissen. Ein neues Lokal hat Stefan Haus (im Bild) noch nicht.

Mauchle Getränke zieht nach fünf Monaten wieder aus Baden weg. Der Bad Zurzacher Familienbetrieb konzentriert sich auf den Hauptsitz.

Vorerst war es nur ein kurzes Gastspiel: Am 8. November eröffnete der Bad Zurzacher Familienbetrieb Mauchle Getränke die Filiale «Trinkgenuss.ch» in Baden. «Wir rechnen uns grössere Chancen auf dem Badener Markt aus, wenn wir hier einen Standort betreiben», sagte Mauchle-Mitarbeiter Stefan Haus im November zur az. Jetzt ist das Intermezzo beendet: In wenigen Wochen wird die Firma wieder aus Baden wegziehen.

Gebäude wird abgerissen

Schon beim Einzug im November war klar: Ewig würde man nicht im Ladenlokal an der Bahnhofstrasse 7 beim Eingang zur Tunnel-Garage bleiben können. Das Gebäude, in dem sich auch die «Cachet»-Filiale befindet, soll abgerissen werden. «Ursprünglich war der Abriss schon für November geplant, wurde dann aber um fünf Monate verschoben», erklärt Haus. «Deshalb konnten wir das Ladenlokal befristet zu günstigen Konditionen mieten.»

Obwohl man wusste, dass die Filiale nur kurze Zeit an diesem Ort untergebracht sein würde, nahmen Haus und seine Kollegen den Aufwand auf sich, ein schmuckes Ladenlokal zu erstellen, dem man nicht ansieht, dass es nur ein Provisorium ist. Stets hatte man die Hoffnung, ab April 2015, wenn der befristete Vertrag ausläuft, ein anderes Domizil in Baden zu finden – «zentral gelegen, 50 bis 100 Quadratmeter, bezahlbar», fasst Haus zusammen. Bisher verlief die Suche jedoch im Sand.

Deshalb schliesst die Mauchle-Filiale ihre Tore schon per Ende März wieder, obwohl man sich in Baden gut aufgehoben fühlen würde. «Ich habe von vielen Kunden gehört, ein Laden wie unserer hätte in Baden noch gefehlt.» Die Umsätze seien «für einen neuen Laden erstaunlich gut» gewesen, wenn auch noch nicht so, dass man auf Dauer überleben könnte. «Aber der Sollumsatz ist ja auch vom Mietzins abhängig – und der ist in Baden kaum noch zahlbar», sagt Haus. «In Sachen Mietpreise hat die Stadt quasi Zürich-Niveau. Kein Wunder, wird das Stadtbild immer mehr von grossen Ladenketten geprägt.»

Rückkehr im Herbst?

Vorerst verlässt die Zurzibieter Firma also die Bäderstadt und konzentriert sich auf den Hauptsitz in Bad Zurzach. «Für Badener, die jetzt nicht mehr ohne uns leben können, gibt’s ja noch den Postversand oder den Lieferdienst», sagt Haus und schmunzelt. «Und ich denke, wir nehmen im Herbst noch einmal einen Anlauf und suchen weiter nach einem Laden in Baden.»

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