Zurzibiet

In der Kompogas-Anlage wird der Buchsbaumzünsler zu Dünger

Die Raupe des Buchsbaumzünslers mit dem für sie typischen Gespinst.

Die Raupe des Buchsbaumzünslers mit dem für sie typischen Gespinst.

In wenigen Wochen dürfte der Buchsbaumzünsler im Zurzibiet wieder für Schäden sorgen. Wenn er zuschlägt, muss der Gärtner schnell reagieren. Und: Befallene Buchsbäume landen auch in der Klingnauer Bioriko-Kompogas-Anlage.

Garten- und Balkonpflanzenbesitzer fürchten ihn: den Buchsbaumzünsler. Seine gefrässigen Raupen können ganze Hecken vernichten. Im schlimmsten Fall muss der Buchs entsorgt werden.

Merkblätter und Fachliteratur warnen davor, die befallenen Pflanzenteile zu kompostieren – dadurch könnte sich der Zünsler weiter ausbreiten (siehe Box).

Im Zurzibiet und angrenzenden Regionen ist es aber möglich, befallene Buchsbäume der Grünabfuhr mitzugeben – jedenfalls in jenen Gemeinden, die ihr Grüngut zur Klingnauer Kompogas Bioriko AG bringen. «Bei der Fermentierung in einer Kompogas-Anlage werden der Buchsbaumzünsler, seine Larven und die Eier vernichtet», sagt Guido Vogel, Leiter Marketing und Verkauf.

Er erklärt: «Bei der Trockenvergärung in einem Fermenter beträgt die Temperatur 55° Celsius. Die Biomasse verweilt etwa 14 Tage darin. So werden unerwünschte Sporen, Keime und Mikroorganismen abgebaut.» Dabei fällt Methangas an, aus dem Strom generiert wird. Das Gärgut wird als Naturdünger in der Landwirtschaft verwertet.

Gärtner: Falle hilft der Erkennung

«Bei uns im Zurzibiet ist der Zünsler noch nicht aktiv», sagt Paul Hediger, Inhaber des Gartencenters Lengnau. «Letztes Jahr war er aber ein riesiges Thema. Auch im Gartencenter hatten wir einen kleinen Befall.» Durch den milden Winter hätten wohl viele Populationen gut überwintern können. Hediger rechnet damit, dass bei uns in rund drei Wochen die ersten Fälle auftreten werden.

Ein Zünslerbefall bedeute nicht unbedingt das Todesurteil für den Buchs: «Wenn man die Pflanze gut beobachtet und sofort eingreift, wenn sich die ersten Raupen zeigen, kann man sie retten.» Er empfiehlt zur Früherkennung spezielle Zünslerfallen, die seit diesem Jahr im Handel sind.

«Dabei handelt es sich um eine Art Klebestreifen, an dem die Zünsler hängen bleiben. So sieht man einen Befall sofort.» Entdeckt man den Zünsler, kann man ihn mit Spritzmitteln bekämpfen – aber nicht vorher. Hediger: «Präventiv spritzen bringt nichts. Man muss die Pflanze deshalb stets gut im Auge behalten.»

Sollte ein Buchs trotz aller Bemühungen nicht mehr zu retten sein – die Gemeindekanzlei gibt darüber Auskunft, ob man die Pflanze der Grünabfuhr mitgeben darf.

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