Bad Zurzach

In Bad Zurzach kommt wahre Weihnachtsfreude auf

Trotz Regen hat es viel Volkin Bad Zurzach

Trotz Regen hat es viel Volkin Bad Zurzach

Am diesjährigen Weihnachtsmarkt stimmt alles – bis vielleicht auf das Wetter. Vor den Ständen und den Markthäuschen in der Hauptstrasse und der Schwertgasse ist aber dennoch viel Volk anzutreffen.

«Lueg», sagt das kleine Mädchen zur Mutter und steuert, mit glänzenden Augen und einer einladenden Bewegung seiner kleinen Hand, zielbewusst den Stand mit dem Modeschmuck an. Gleich nebenan bewundert ein kleiner Bub sich und seine neue, rote Samichlauszipfelmütze im Spiegel – mit offensichtlichem Stolz auf das topaktuelle Outfit.

Überhaupt die Kappen. Sie sind in allen Variationen – vor allem gestrickt, mit Ohrenklappen und langen Zotteln – sehr gut vertreten am Weihnachtsmarkt in Bad Zurzach. Ob das wohl auf einen langen und harten Winter hindeutet? Auch die Muotathaler Wetterfrösche prophezeien ja viel Schnee. Allerdings aufgrund der Tatsache, dass die Ameisen dieses Jahr ausgesprochen kräftige Oberschenkel aufweisen.

In Bad Zurzach wird an diesem Samstagabend jedenfalls bereits gesnöbt – auf Schnee. Welcher Kurort kann dieser Tage schon mit einem solchen Angebot aufwarten? Auf einer «Quarterpipe» sozusagen zeigen Snowboarder ihre Künste. Der Schnee aber – der sich als äusserst widerstandsfähig erweist –, der stammt aus einer Kunsteisbahn im Zürcher Unterland. Das Wetter ist eben auch in Bad Zurzach so, wie es ist: Nicht unbedingt weihnachtsmarktgerecht.

Ein Windlein pfeift

Es setzt ein leichter Regen ein. Zudem pfeift ein Windlein durch den Flecken. Das mag vielleicht den einen oder andern, die eine oder andere, vom Besuch abhalten. Vor den Ständen und den Markthäuschen in der Hauptstrasse und der Schwertgasse ist aber dennoch viel Volk anzutreffen.

Schliesslich findet sich da auch ein vielfältiges Angebot an Praktischem, Modischem, Handgelismetem, Kunsthandwerklichem und auch Ausgefallenem. Nicht bloss an warmen Kappen. Ist ja auch – um den Werbespot einer Nicht-Grossbank zu bemühen – ein Weihnachtsmarkt.

Da kann man sich schon vor so existenzielle Fragen gestellt sehen, ob man denn jetzt der Liebsten eine Löschdecke oder einen Rauchmelder unters Weihnachtsbäumchen legen soll. Der verkaufstüchtige, freundliche Mann am Stand der Stützpunktfeuerwehr Bad Zurzach-Rietheim würde sich jedenfalls über etwas Umsatz offensichtlich freuen. Oder solls doch eher eine glücksbringende Voodoo-Doll oder aber ein böse Geister abschreckender Gargoyle aus Beton sein? Oder am Ende gar die Wildsau aus Beton?

Wildschwein in Form von Ragout

Wildschwein – allerdings in der Form von Ragout – gibt es übrigens auch beim «Steinböckli», wo sich die Jäger und die Ortsbürger eingerichtet haben. Damit wäre mehr oder weniger elegant zum Kulinarischen übergeleitet. Schliesslich geht auch die Weihnachtsmarktfreude durch den Magen und durch die Kehle. Der Glühwein jedenfalls findet – meteorologische Warmfront hin oder her – guten Absatz.

Und in der Hauptstrasse und in der Schwertgasse verdichten sich die vielfältigen Düfte des kulinarischen Angebotes zu jenem olfaktorischen Erlebnis, das den richtigen Weihnachtsmarkt erst ausmacht. Über all dem Markttreiben aber glitzern die unzähligen Lichtlein am riesigen Weihnachtsbaum, der jetzt noch im Schnittpunkt von Hauptstrasse und Schwertgasse und bald vor dem Thermalbad steht. Am Weihnachtsmarkt in Bad Zurzach stimmt – auch mit dem vielfältigen Rahmenprogramm mit Samichlaus, Kerzenziehen, Konzert der Musikschule und dem Weihnachtsmusical der Mittelstufe – alles. Bis eben vielleicht aufs Wetter.

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