Als Regionalpolizeichef René Lippuner Mitte März die Zahlen des Jahres 2012 präsentierte, sprach er von einer besorgniserregenden Entwicklung. 21 Prozent der Autofahrer seien im Bezirk Zurzach innerorts zu schnell unterwegs gewesen, im Jahr davor waren es 18 Prozent.

Die Zunahme von 3 Prozent erscheine auf den ersten Blick gering, sei aber in Tat und Wahrheit massiv. «Wir sind zwar kein Volk von Rasern, aber die 21 Prozent sind kantonal ein Spitzenwert.»

«Keine Erklärung für Entwicklung»

In den ersten sechseinhalb Monaten des 2013 ist die Quote der Schnellfahrer im Vergleich zum Vorjahr nun erneut angestiegen, sagt Lippuner auf Anfrage. «27 Prozent der Autofahrer, deren Geschwindigkeit wir im Bezirk gemessen haben, waren zu schnell unterwegs.

In absoluten Zahlen: 15 292 Autos wurden gemessen, 4136 fuhren zu schnell.» Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr sei die Übertretungsquote 10 Prozent tiefer gewesen. «Eine Erklärung für diese Entwicklung haben wir noch nicht gefunden», sagt Lippuner.

Die Regionalpolizei Zurzibiet messe nicht häufiger als in anderen Jahren und auch nicht an anderen Stellen oder zu anderen Zeiten.

Diesen Frühling und in den Sommermonaten versuchte die Regionalpolizei mit präventiven Massnahmen, die Übertretungsquote zu senken.

Tempo-Info-Gerät aufgestellt

So wurde an verschiedenen Orten während rund zwei Wochen ein Tempo-Info-Gerät aufgestellt, die den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigte, ohne dass sie Konsequenzen fürchten mussten, wie Lippuner sagt.

«Wir haben die Leute also sozusagen darauf aufmerksam gemacht, an welchen Stellen wir messen. Danach haben wir an derselben Stelle Kontrollen durchgeführt.»

Gestiegen sei auch die Zahl der Vergehen, die eine Anzeige zur Folge haben, berichtet der Regionalpolizeichef. Nach 96 der 4136 Geschwindigkeitsübertretungen kam es zu einer Anzeige – das sind doppelt so viele wie im Vorjahr.

«Uns ist generell aufgefallen, dass Autofahrer nicht nur immer schneller, sondern vor allem auch aggressiver unterwegs sind. Es wird viel gedrängelt und nah aufgefahren.» Warum immer schneller und aggressiver gefahren wird, kann der Regionalpolizeichef nicht erklären. «Es ist für uns ein Rätsel.»