Bezirk Zurzach

Im Zurzibiet steht viel Bauland zur Verfügung – jetzt wird auf die Baulöwen gewartet

Wie hier in Rekingen besteht im gesamten Bezirk Baupotenzial.

Wie hier in Rekingen besteht im gesamten Bezirk Baupotenzial.

Im Bezirk Zurzach stehen 208 Hektaren Bauland zur Verfügung, doch nur bei einem Drittel bestehen Entwicklungsabsichten. Nun gibt es neue Grundlagen.

Der Gemeindeverband Zurzibiet Regio hat seine Umfrage unterhalb der 23 Mitgliedsgemeinden bezüglich verfügbaren Baupotenzials abgeschlossen. Gemäss einer Medienmitteilung des Verbands stünden im Zurzibiet auf 926 Parzellen (Mindestgrösse 400 Quadratmeter) 207,6 Hektaren Bauland zur Verfügung.

Grösstenteils befindet sich diese in Wohnzonen mit geringer Dichte oder in Gewerbe- oder Industriezonen. Die Umfrage ergab allerdings auch, dass nur auf 28 Prozent davon konkrete Entwicklungsabsichten bestehen (58,5 Hektaren) und für den Bau auch zur Verfügung stehen.

Der Anteil der Eigentümer, die keine Entwicklungsabsichten haben oder dazu keine Angaben machen wollten, lag bedeutend höher. Die Zahlen bestätigen: Das Potenzial in den involvierten Gemeinden ist da, aber es wird noch zu wenig genutzt. Die Umfrage, die vom Bauplanungsunternehmen «sa_partners» im Auftrag von Zurzibiet Regio vergangenes Jahr realisiert wurde, beantworten 83 Prozent.

Sieben von zehn Bauzonenreserven sind baureif

Die Gründe dafür, dass die Eigentümer angaben, keine Entwicklungsabsichten zu haben, sind vielfältig. Sie reichen von Eigenbedarf, zum Beispiel für die Altersvorsorge, über schwierig zu erschliessende Lage (zum Beispiel am Hang) bis zu fehlenden rechtlichen Voraussetzungen (Umzonungen, Landumlegungen).

Auch die heutige Nutzung, zum Beispiel als Parkplatz, Garten oder für die Tierhaltung, spielt eine Rolle. Manche Parzellen könnten zudem nur im Zusammenhang mit den umliegenden Parzellen entwickelt werden. Insgesamt seien 71 Prozent der Bauzonenreserven im Zurzibiet bereits erschlossen und somit baureif.

Allerdings wurden selbst die Parzellen, bei denen konkrete Entwicklungsabsichten bestehen, bisher kaum publiziert. Es besteht also noch ein grosses Potenzial, wenn es darum geht, die Bauzonenreserven auf dem Markt «sichtbar» zu machen.

Der Ball liegt bei den Gemeinden

«Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich im Zurzibiet sehr viele grosse Areale finden – fast die Hälfte der Bauzonenreserven ist grösser als 0,5 Hektar. An so grossen Arealen haben die Gemeinden und die Region natürlich ein grösseres Interesse als an Einfamilienhäusern», sagt Planungsleiterin Dunja Kovári.

Die Ergebnisse der Umfrage sind nun in eine Arbeitshilfe zur Baulandmobilisierung eingeflossen. Diese enthält eine nach Gemeinden aufgegliederte Übersicht über die Verfügbarkeit der Bauzonenreserven. Weiterhin spricht sich die Arbeitshilfe erneut für die Notwendigkeit der Baulandmobilisierung und Veröffentlichung der entsprechenden Baulandangebote aus.

Ein Argumentarium für die kommunale Nutzungsplanung ist ebenfalls enthalten. Kovári: «Die Gemeinden wissen nun um die Entwicklungsabsichten der Eigentümer. Dieses Wissen können sie in etwaige Nutzungsplanungsrevisionen einbringen und zum Beispiel Umzonungen vornehmen.»

Der Ball liegt nun erneut bei den Gemeinden. Dunja Kovári freut sich, dass nach der letzten Info-Veranstaltung von Zurzibiet Regio im März 2019 «erstaunlich viele» Gemeinden die Initiative ergriffen und sich strategisch mit der Bauzonennutzung auseinandergesetzt hätten.

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