Die IG Nord, die sich gegen Fluglärm engagiert, zeigt sich in einer Medienmitteilung besorgt über eine neue Entwicklung am Flughafen Zürich: Dort starten per sofort am Wochenende, während der Sperrzeiten über Deutschland, sämtliche Flugzeuge in nördliche Richtung – unabhängig vom Flugziel. «Unter dem Vorwand eines zweimonatigen Testbetriebs aus Sicherheitsgründen werden dadurch zusätzliche Flugbewegungen in den lärmsensiblen Randstunden über den Norden gelenkt», schreibt die IG um Präsident Hanspeter Lienhart.

«Die Gemeinden im Norden des Flughafens tragen als traditionelle Anflugregion schon heute einen Grossteil des Fluglärms und wehren sich gegen eine weitere Kanalisierung und Mehrbelastung.» Präsident Lienhart zeigt sich «erstaunt, dass uns der Flughafen nicht vorgängig informiert hat». Die zusätzlichen Nordstarts «haben es in sich», schreibt die IG: «Zwischen 7 und 9 Uhr werden am Wochenende künftig alle Flugzeuge Richtung Norden starten. Das sind am Samstag und am Sonntag je rund 30 zusätzliche lärmintensive Flugbewegungen in den sensiblen Randstunden.»

Der Norden trage heute schon die Hauptlasten des Flughafens. «Der Bevölkerung wurde am ersten Testwochenende bereits vor Augen geführt, was es heisst, den Fluglärm zu kanalisieren.» Die IG Nord werde sich mit aller Kraft gegen eine Überführung vom Test- in den Normalbetrieb wehren, so Lienhart.

Mit der Beschränkung auf eine Achse gebe der Flughafen benötigte Kapazitäten Preis. Das werfe Fragen auf, findet Lienhart, denn «ein einachsiger Betrieb kann langfristig auf einer Piste nicht bewältigt werden». Zwar habe das Bundesamt für Zivilluftfahrt das Konzept der Parallelpisten versenkt, aber «vielleicht hat der Flughafen diese Pläne noch nicht begraben».

Der IG Nord gehören neben Zürcher und Schaffhauser Gemeinden auch alle Zurzibieter Gemeinden (plus Mandach) an.