Bezirksgericht Zurzach

Hundehalterin schwänzt Gerichtsverhandlung – das kommt sie teuer zu stehen

Der Gerichtssaal in Bad Zurzach: Der Einzelrichter wartete vergebens. (Symbolbild)

Der Gerichtssaal in Bad Zurzach: Der Einzelrichter wartete vergebens. (Symbolbild)

Dass eine Hundehalterin unentschuldigt nicht vor dem Einzelrichter erschien, hat Folgen. Dabei hatte sie selbst die Verhandlung wegen eines Strafbefehls angestrengt.

Es war ein Freitagabend im letzten Oktober. Die 43-jährige Sabine (alle Namen geändert) führte zusammen mit ihrer zehnjährigen Tochter Mia am Rheinufer in Rekingen zwei Hunde spazieren. Die Mutter hatte ihren Appenzeller-Mischling Django an der Leine, die Tochter Jimmy den Retriever-Mischling eines Nachbarn.

Die Herrschaft verloren

Gegen 17 Uhr kam ihnen Frau Schmid mit Fifi, ihrem ebenfalls angeleinten Yorkshire Terrier, entgegen. Als Django und Jimmy ihren kleinen Artgenossen erblickten, gabs für die beiden kein Halten mehr und für Mia kaum noch ein solches der Leine. Als Mama Sabine, das Problem erkennend, auch Jimmys Leine ergreifen wollte, verlor sie die Herrschaft über beide Vierbeiner.

Diese, den günstigen Moment augenblicklich nutzend, rasten – ihre Leinen im Schlepptau – zu Fifi. Frau Schmid, starr vor Schreck, wurde vom über 30 Kilo schweren Django umgarnt respektive von dessen Leine förmlich gefesselt. Frau Schmid verlor das Gleichgewicht und fiel zu Boden. Dabei brach sie sich den rechten Unterarm, der in der Folge operiert werden musste, was für Frau Schmid einen viertägigen Spitalaufenthalt bedeutete.

Erst zwei Monate nach dem Vorfall, mutmasslich auf Drängen einer Versicherung, erstattete Frau Schmid Anzeige. Per Strafbefehl verurteilte der Staatsanwalt Sabine – die nicht mit grossen finanziellen Mitteln gesegnet ist – zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Franken und 500 Franken Busse. Zusammen mit der Strafbefehlsgebühr hatte die 43-Jährige also 1000 Franken zu bezahlen. Dazu gesellt sich, wegen der Geldstrafe, ein Eintrag ins Strafregister.

Plus 800 Franken

Sabine machte Einsprache und wurde nun vor den Einzelrichter zitiert. Der wartete, mit der Gerichtsschreiberin an seiner Seite, jedoch vergeblich auf Sabine. Vielleicht stand sie, die inzwischen am westlichen Ende des Kantons wohnt, ja im Stau. Als aber eine halbe Stunde nach dem Termin weder die Beschuldigte noch zumindest ein erklärender Anruf eingetroffen waren, schloss Richter Cyrill Kramer die Akten zum Fall.

Gleichzeitig verhängte er wegen unentschuldigten Nichterscheinens vor Schranken eine Busse von 800 Franken. Somit schuldet Sabine dem Gericht nunmehr 1800 Franken. Ob Django als Hauptverantwortlicher von ihr mittels Futter-Reduktion zur Kasse gebeten wird, bleibt unbekannt. Höchstwahrscheinlich ist jedoch, dass Sabine zutiefst bereut, die Verhandlung geschwänzt zu haben.

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