Lengnau

Hunde flitzen am Wochenende beim Agility um die Wette

Beim Training: Hund Quarto springt über ein Hindernis, die Hundeführerin weist den Weg. Angelo Zambelli

Beim Training: Hund Quarto springt über ein Hindernis, die Hundeführerin weist den Weg. Angelo Zambelli

Sportliche Hunde gibt es am Samstag und Sonntag im Sportcenter Lengnau zu bewundern: Es finden die Schweizer Meisterschaften in Agility statt. Der Organisator erwartet 1500 Zuschauer.

«Die Hunde müssen dabei schnell und fehlerfrei durch einen Hindernisparcours rennen», erklärt Fredy Surber, der die Schweizer Meisterschaften organisiert. Auf der Strecke müssen die Tiere durch Tunnel flitzen, durch Reifen springen und über Wippen balancieren. Die Hundeführer laufen gleichzeitig nebenher und geben Anweisungen. «Wir führen die Hunde durch unsere Stimme und unsere Körpersprache», sagt Surber, «es ist ein Teamsport.»

352 Teams sind angemeldet für die Wettkämpfe, sie treten in drei verschiedenen Kategorien an, je nach Grösse des Tieres. Das gewährleistet, dass ein Zwergpudel nicht gegen einen Schäferhund antreten muss. «In der Schweiz gibt es in allen Kategorien gute Teams, unser Land hat schon zehn Weltmeister hervorgebracht», sagt Surber.

Wendige Tiere im Vorteil

Das Faszinierende an dieser Sportart sei das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier, was viel Training benötige. «Rund eineinhalb Jahre dauert es, bis Hund und Mensch ein Team bilden, das den Parcours erfolgreich bewältigen kann», erzählt Surber. Die grösste Herausforderung sei die Slalomstrecke, bei dem die Hunde zwischen den Stangen durchrennen müssen. Grundsätzlich kann jeder Hund Agility betreiben – wendige und sprungkräftige Tiere haben aber einen Vorteil.

Agility enstand vor rund 30 Jahren, als für die berühmte Hundeshow Crufts im englischen Birmingham ein Pausenfüller gesucht wurde. Inspiration bot der Pferdesport, wo die Tiere die Hindernisse ebenfalls so schnell und fehlerfrei wie möglich absolvieren sollen.

Hundeführer müssen fit sein

Beim Hundesport werden nicht nur an das Tier, sondern auch an den Menschen Anforderungen gestellt: «Man muss sich gut konzentrieren können und die Fähigkeit besitzen, schnell zu reagieren», sagt Surber. Wenn der Hund auf dem rund einminütigen Parcours kurz von der Strecke abkommt, muss das Herrchen sofort Anweisungen erteilen. «Ausserdem muss man auch körperlich recht fit sein, denn man rennt neben dem Tier her, alles geht schnell.»

Bei allem Training stehe der Spass bei dieser Sportart im Vordergrund. Die Hunde würden es lieben, den Parcours zu absolvieren, betont Surber immer wieder. «Wenn sie die Strecke entdecken, sind sie kaum mehr zu halten.»

1500 Zuschauer erwartet

Surber hat die Halle in Lengnau vor drei Jahren zusammen mit seiner Frau gekauft, der Hundesport ist seine Leidenschaft. Die Halle eigne sich perfekt für Agility, denn sie biete genug Platz für die Parcours und somit für offizielle Wettkämpfe.

An den beiden Wettkampftagen erwartet Surber rund 1500 Zuschauer im Sportcenter Lengnau. In der Halle wird eine grosse Tribüne aufgestellt. «Besonders am Finaltag am Sonntag erwarten wir viele Zuschauer», sagt er. Dann werden die Schweizer Meister gekürt. Preisgelder werden in dieser Sportart keine verteilt, zu gewinnen gibt es einen Pokal. Und für die Hunde? «Die kriegen nach dem Lauf ein Würstchen.»

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