Kleindöttingen

Hilfe für Menschen mit schmalem Budget: Die Caritas eröffnet ein Büro im Zurzibiet

Die meisten Personen, die bei der Caritas Hilfe suchen, sind Working Poor. (Symbolbild)

Die meisten Personen, die bei der Caritas Hilfe suchen, sind Working Poor. (Symbolbild)

Wegen steigender Nachfrage eröffnet der Kirchliche Regionale Sozialdienst in Kleindöttingen eine Beratungsstelle. Die Coronakrise war dafür nicht der Auslöser, doch die Mitarbeitenden des Hilfswerks spüren sie deutlich.

Caritas-Klienten aus dem Zurzibiet müssen bisher nach Baden fahren für eine Beratung. Das ändert sich ab dem Dienstag, 2. Juni. Dann eröffnet in Kleindöttingen der Kirchliche Regionale Sozialdienst (KRSD) Zurzibiet. «Wir schaffen so zusammen mit den Pastoralräumen Aare-Rhein und Surbtal-Würenlingen sowie der römisch-katholischen Landeskirche ein Angebot für Menschen in Not», sagt Emil Inauen, Leiter des KRSD in Baden.

Zwei Sozialarbeiterinnen werden jeden Dienstag und Freitag für Beratungen zur Verfügung stehen. Am Dienstag auf Portugiesisch und Spanisch, am Freitag auf Deutsch. Personen können auch telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen. Die Beratungen sind gratis, freiwillig und werden unabhängig von Konfession oder Religion angeboten.

«Der Bedarf ist gross»

«Das Zurzibiet ist für uns ein Hotspot», erklärt Inauen den Grund für das Büro, das im Pfarreizentrum in der St. Antonius-Kirche eingerichtet wird. «Der Bedarf ist gross. In Kleindöttingen können wir die Leute direkt vor Ort unterstützen.» Beim KRSD Zurzibiet handelt es sich um ein Pilotprojekt. Die Finanzierung bis Ende 2021 sei gesichert. Zurzeit betreibt die Caritas im Aargau sieben KRSD-Standorte. Falls sich der Kleindöttinger bewährt, soll er von Baden losgelöst und selbstständig werden. Die Caritas ist privatfinanziert: Getragen wird sie von Landeskirchen, Kirchgemeinden und Spendengeldern.

Im Römisch-Kath. Pfarreizentrum befindet sich die Beratungsstelle (ab Juni 2020)

Die Eröffnung wird wegen der Coronakrise still und leise über die Bühne gehen. «Das war nicht so geplant», führt Inauen aus. «Einen Tag der offenen Tür werden wir nachholen, wenn es die Situation wieder zulässt.» 

Coronavirus-Schock spürbar

Die Coronakrise vernichtet zwar Tausende Jobs und bringt Menschen in Not. Sie sei allerdings nicht Ursache für den Zurzibieter Regionaldienst. Die Planungen dafür hatten schon im letzten Jahr begonnen. Für die Caritas gab es trotz Coronavirus keinen Grund, die Eröffnung zu verschieben. «Die ersten zwei Wochen nach Ausbruch der Krise war es zwar ruhig bei uns», erzählt Inauen. «Der Schock war spürbar. Seither haben wir so viel zu tun wie selten. Unter den Ratsuchenden sind viele Menschen, die zum ersten Mal bei uns um Hilfe anfragen.»

Beratungsthemen sind beispielsweise administrative Hilfen, Abklärungen von Sozialversicherungsansprüchen oder Budget- und Schuldenberatungen. Die meisten Besucherinnen und Besucher sind Working Poor, darunter viele Alleinerziehende. Nur 15 bis 20 Prozent unserer Klienten beziehen bereits Sozialhilfe.»

Es sind Menschen, die sich im Bürokratiedschungel nicht zurechtfinden, die wegen mangelnder Deutschkenntnisse an der Sprachbarriere scheitern. Oder die Opfer der Digitalisierung sind, wenn sie online einen Antrag für die Krankenkassenverbilligung eingeben müssen. «Wir finanzieren aber auch Deutschkurse und Weiterbildungen, um Menschen mit Migrationshintergrund besser zu integrieren. Und zurzeit helfen wir schnell und unkompliziert mit Nothilfe für Coronaopfer».

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