Bad Zurzach

Hier sind sie gerade so mit einem blauen Auge davongekommen

Gastgeber Peter Schläpfer, Geschäftsführer der Bad Zurzach Tourismus AG, begrüsst seine Branchenkollegen zum Gipfeltreffen.

Gastgeber Peter Schläpfer, Geschäftsführer der Bad Zurzach Tourismus AG, begrüsst seine Branchenkollegen zum Gipfeltreffen.

In dieser Woche findet im Flecken der Schweizer Tourismus-Gipfel statt: Grund genug, den Kurort fremdenverkehrstechnisch unter die Lupe zu nehmen.

Von Chur runter und vom Tessin rauf: Am Mittwoch trieb es rund 80 Schweizer Tourismusdirektoren in den Kurort an der Grenze. Mit dabei auch der höchste Touristiker des Landes, Jürg Schmid.

Noch bis heute Nachmittag tauschen sich die Vermarkter ihrer Region im Seminar aus. Danach beginnt ein zweiter Block für 25 Vorstandsmitglieder des Schweizer Tourismus. «Das Hauptziel der beiden Treffen ist es, Wissen auszutauschen und Netzwerke auszubauen. Zudem sollen die Teilnehmer Bad Zurzach kennen lernen», sagt Peter Schläpfer, Tourismusdirektor Bad Zurzach.

Vor zwei Jahren hat sich der Thermalkurort für die Durchführung beworben. Nun darf sich der Flecken am Tourismus-Treffen vorstellen. Denn im Rahmenprogramm des Seminars können die Besucher Bad Zurzach kennen lernen. «Viele sind erstaunt, wie gross unser Angebot ist», sagt Schläpfer und fügt schmunzelnd an: «Oft denken die Leute, wir haben hier nur ein kleines Bädli.»

Tourismusdirektor Peter Schläpfer erklärt was Zurzach für Touristen interessant macht

Tourismusdirektor Peter Schläpfer erklärt was Zurzach für Touristen interessant macht

Dabei wurden in den letzten drei Jahren 20 Millionen in das Thermalbad investiert. Denn der Gesundheitstourismus werde immer wichtiger, so Schläpfer. So wird die Zusammenarbeit zwischen dem Bad und den medizinischen Einrichtungen im Ort von Bad Zurzach Tourismus stark gefördert: So arbeiten die verschiedenen Institutionen wie Bad Zurzach Tourismus, das Thermalbad, die Hotels unter anderem eng mit der Reha-Klinik oder auch den anderen Kliniken wie der Klinik für Schlafmedizin (KMS) oder TCM Bad Zurzach zusammen. «Der Vorteil daran ist, dass unsere Gäste überall einen Spezialisten finden können», sagt Schläpfer.

Viele Gäste trotz starkem Franken

Synergien nutzen, damit lassen sich aber auch Kosten reduzieren. So haben mehrere Betriebe im Ort zentrale Dienste eingerichtet, die sie gemeinsam nutzen können. Denn der grenznahe Kurort spürt den starken Franken. Bemerkbar habe sich dieser besonders im Rückgang der verkauften Jahreskarten und im Gastrobereich gemacht.

Trotzdem: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen», so Schläpfer. «Gerade weil wir uns so nahe an der Grenze befinden, versuchen wir immer, die Preise auf die deutsche Kundschaft anzupassen.» Gleichzeitig lebt der Flecken vorwiegend von einer Schweizer Kundschaft: Die Mehrheit der Tagesgäste kommt aus der Region Zürich. Wobei die Übernachtungsgäste aus der ganzen Deutschschweiz ihren Weg nach Bad Zurzach finden.

Etwas Glück gehöre aber auch dazu: «Wir haben eine sehr treue Kundschaft», sagt Schläpfer. Denn der starke Franken schrecke nicht nur ausländische Gäste ab, sondern verleite auch Schweizer Touristen dazu, ins Ausland zu verreisen.

Wie aber hält der Ort seine Gäste bei Laune, befindet sich die Badekonkurrenz doch in unmittelbarer Nähe? «Wir haben eines der umfassendsten Thermalbadangebote», sagt Schläpfer.

Gleichzeitig spricht der ganze Ort mit dem Thema «Papa Moll» auch Familien an. So ist das Bad mit Planschbecken und Spielplatz kinderfreundlich ausgestattet: Dies sei nicht selbstverständlich. Laut Schläpfer sähe man noch heute in vielen Thermalbädern Kinder eher ungern.

Konstante Übernachtungszahlen

Doch nicht nur Badegäste lockt der Grenzort an, auch bei Velofahrern und Wanderern erfreut sich Bad Zurzach grosser Beliebtheit. «Besonders im Sommer legen Leute, die die Rheinroute entlang radeln, im Flecken einen Halt ein», sagt Schläpfer.

Deshalb herrsche im Ort an 365 Tagen touristischer Betrieb. Schläpfer: «Und die Übernachtungszahlen sind seit Jahren konstant.» Im Jahr verzeichnet der Ort 100 000 Übernachtungen in Hotels und 70 000 in den Kliniken.

Einzig das Image des Badeorts habe sich stark verändert: Galt der Kurort vor zehn Jahren noch als Station für alte und kranke Menschen, ist er heute zur Wellnessoase geworden.

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