Bad Zurzach

Hier schweben 200 Tonnen durch die Luft – Zugbrücke und Überführung in 52 Stunden ersetzt

Beim Knoten «Glocke» in Bad Zurzach wurden am Wochenende die SBB-Brücke und die Überführung für die Fussgänger ersetzt.

Schon vom Zentrum in Bad Zurzach her sieht man die beiden mächtigen Kräne in den Himmel ragen. Und die zahlreichen Schaulustigen deuten auch darauf hin, dass etwas Aussergewöhnliches vor sich geht.

Am Freitagabend fuhren die Maschinen auf und eine Heerschar von Bauarbeitern, Planern, Ingenieuren und Experten brachen beim Knoten «Glocke» die SBB-Brücke und die Brücke für Velofahrer und Fussgänger ab. Danach folgte eine 52-stündige Schicht ohne Pause.

Während 52 Stunden wurde die SBB-Brücke und die Fussgängerüberführung ersetzt

Während 52 Stunden wurde die SBB-Brücke und die Fussgängerüberführung ersetzt

Die Elemente für die Brücke waren vorfabriziert

Die beiden Brückenköpfe sowie die 17 Meter lange neue SBB-Brücke wurden auf der Baustelle in Bad Zurzach vorfabriziert und mit einem Spezialkran auf den Zentimeter genau eingefügt. Damit der Kran bis zu 650 Tonnen Gewicht transportieren kann, braucht es alleine 275 Tonnen an Gegengewicht, damit er bei den gewaltigen Lasten nicht umkippt. Insgesamt wiegt der Kran über 1000 Tonnen.

Zuerst wurden die beiden Brückenköpfe eingesetzt. Über der gewaltigen Baustelle und den zahlreichen Zuschauern schwebten die beiden 200 Tonnen schweren Elemente langsam in die richtige Position. Per Funk waren der Kranführer, die leitenden Bauführer als auch die Arbeiter, die das riesige Element genau einfügen mussten, verbunden. Als krönender Abschluss kam die neue SBB-Brücke mit einer Spannweite von 17  Metern, die auf die beiden Brückenköpfe gelegt wurde. Am Sonntagabend gegen 18 Uhr mussten alle Arbeiten abgeschlossen sein, dann kamen die Experten der SBB, die noch das gesamte Bahngleis verlegen und die Fahrleitungen wieder montieren mussten. So, dass kurz vor fünf Uhr am Montagmorgen der erste Zug über die neue Brücke rollen kann.

Trotz Platzregen gingen die Arbeiten weiter

Witterungseinflüsse störten den Baubetrieb nicht. So ging am Samstagabend auch ein kurzer, heftiger Platzregen über Bad Zurzach nieder, doch die Arbeiten gingen ohne Unterbruch weiter. «Einzig starker Wind wäre ein Problem gewesen», erklärt Guido Sutter von der Abteilung Tiefbau. «Dann hätten wir das Ganze um eine Woche verschieben müssen», erklärt der Projektleiter vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Speziell war nicht nur der enge Zeitplan: «Sämtliche Arbeiten an einem Wochenende auszuführen ist sehr herausfordernd. Der ganze Knoten ‹Glocke› ist komplex». Damit alles reibungslos klappt, müssen viele Stellen miteinander funktionieren. «Die Zusammenarbeit mit den Baufirmen, den Planern und der Gemeinde ist hervorragend», betont Sutter.

Den mächtigen Kran kann man nur noch kurz bewundern. Bereits am Montag wird er abgebaut und zur nächsten Baustelle am Gotthard transportiert. Doch die Arbeiten an der Ostumfahrung Bad Zurzach gehen natürlich weiter. In den nächsten Wochen werden die Stützmauern entlang dem Lindenrainweg und der Mittskirchstrasse erstellt.

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