Brass-Musik klingt vom Dach des «Towers» im Industriegebiet Kleindöttingen. Die ImmobilienentwicklerinHIAG Immobilien hat zum Apéro geladen. Nebst ihren direkten Kunden sind auch Gemeindevertreter von Böttstein, Döttingen und Klingnau anwesend. «Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden ist uns ein spezielles Anliegen. Nur so kann etwas Gutes für die Anwohner entstehen», sagt Felix Grisard, Verwaltungsratspräsident der HIAG Immobilien. Es sei wichtig, das jeweilige Industrieareal mit allen Involvierten zu entwickeln. «Gemeinsam können wir viel erreichen.»

«Projekt Newport»

Bagger sind auf dem Industriegelände in Kleindöttingen aufgefahren. Denn dort, wo früher die Hallen der Novopan AG standen, wird ein Gebäudekomplex unter dem Namen «Projekt Newport» entstehen. Es ist eine Serie von multifunktionalen Industrie- und Gewerbehallen mit insgesamt rund 21000 Quadratmetern Nutzfläche. Gebaut wird das Grossprojekt in drei Phasen. Die ersten 9500 Quadratmeter sollten voraussichtlich im Frühling des nächsten Jahres bezugsbereit sein. Die Verantwortlichen rechnen mit der kompletten Fertigstellung des Projekts im Jahr 2013.

Ursprünglich wurden die Hallen als Flachdachbauten mit unterschiedlichen Höhen konzipiert. «Nach Absprache mit den Mietern wurde diese Idee allerdings wieder verworfen. Nun beläuft sich die Hallenhöhe auf maximal 16 Meter», sagt Projektentwickler Lukas Fehr. Er ist seit Anfang dieses Jahres zuständig für die Entwicklung des HIAG-Areals in Kleindöttingen.

Speziell ist die zeitgenössische Bauweise der Hallen, da es sich dabei um Holzkonstruktionen handelt. «Sie entsprechen zwar nicht dem Minergie-Standard, besitzen aber eine hochwertige Dämmung», sagt Fehr. Die Gesamtkosten für dieses Projekt betragen ca. 30 Millionen Franken.

Blick in die Zukunft

«Seit dem letzten Jahr bewegen wir uns in neuen Dimensionen», sagt Verwaltungsratspräsident Felix Grisard. Und damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist schon einiges in Planung. So herrscht bei der Kellco-Halle in Kleindöttingen starker Instandsetzungsbedarf, deshalb wird sie saniert. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Entwicklung des BRAG»-Areals im Industriegebiet Kleindöttingen. Eine weitere Idee der HIAG Immobilien ist es, einen Teil des Industriegebietes in ein Wohngebiet umzonen zu lassen. «Durch den Anschluss an den Klingnauer Stausee ist dieser Standort durchaus attraktiv», so Fehr. Im fünften Stock des «Towers» an der Industriestrasse könnte Fehr sich auch Büro-Arbeitsplätze mit einer grossartigen Aussicht vorstellen.

Auch im benachbarten Klingnau ist einiges in Planung. Zum einen will die HIAG den Wiederaufbau der «Roten Hallen» in Angriff nehmen. Diese wurden bei einem Grossbrand im Jahr 2006 fast vollständig zerstört. Ausserdem soll das Industriegebiet an der Parkstrasse 14 weiterentwickelt werden.

Zuerst Holz, dann Immobilien

1876 wurde die HIAG als Holzhandelsunternehmen im St.Galler Rheintal gegründet. Bis Mitte der 80er-Jahre wurde sie zu einer der führenden Firmen in dieser Branche. Als Felix Grisard im Jahr 2001 den Chefposten des Familienunternehmens übernahm, wandelte sich die HIAG vom Holzunternehmen zu einer Spezialistin im Bereich der Immobilien. «Wir mussten aus der Not eine Tugend machen», sagt Verwaltungsratspräsident Grisard. Mittlerweile besitzt die HIAG Immobilien rund 25 Areale vom Bodensee bis nach Genf. Seit 2010 tritt das Immobiliengeschäft unter dem Begriff HIAG Immobilien auf. Ihr momentaner Marktwert beläuft sich auf rund 700 Millionen Franken.