Bei einem Notfall hat ein Ambulanz-Fahrer in Fisibach keine einfache Aufgabe: Die Hausnummern sind ein einziges Durcheinander. Der Grund: An den Hausfassaden hängen noch immer die alten Gebäudeversicherungsnummern. So fragen sich die Einwohner schon einmal, welche Nummer das Haus des Nachbarn hat, wie der Beitrag des Regionalsenders Tele M1 zeigt.

Die unlogische Nummerierung kostete Hanspeter Schütz einst fast das Leben. Er wartete mit einem Loch in der Lunge auf einen Krankenwagen. Dieser bog im Dorf falsch ab, fand den Patienten nicht. Doch Schütz hatte Glück: "Dank einem Nachbar, der den Krankenwagen suchen ging, habe ich überlebt", erzählt er "Tele M1".

Gegen das Nummern-Chaos will die Gemeinde nun aktiv werden. Eine Umfrage soll zeigen, ob die Bevölkerung die Umstellung auf eine logische Nummerierung begrüssen würde. Die Zustimmung sei bisher "noch nicht so gross" gewesen, sagt Gemeindeammann Roger Berglas. Er weiss auch, warum: "Das Projekt ist mit Aufwand und Kosten für viele Betroffene verbunden."

Das Hausnummern-Problem ist im Aargau selten geworden, aber noch nicht ausgestorben, wie der Fall Fisibach zeigt. Die fusionierten Gemeinden Attelwil und Reitnau erhielten erst dieses Jahr neue Hausnummern. (mwa)