Tegerfelden

Hauchdünnes Nein zur Erweiterung der Deponie Buchselhalde

Zwischen Surb (versteckt durch Bäume) und der abfallenden Böschung war die Deponie Buchselhalde geplant.

Zwischen Surb (versteckt durch Bäume) und der abfallenden Böschung war die Deponie Buchselhalde geplant.

Die Tegerfelder Stimmbevölkerung lehnt die Erweiterung der Deponie Buchselhalde hauchdünn mit 261 Nein zu 258 Ja ab, die Nutzungsplanung wird somit nicht geändert. Im Juni hatte die Gemeindeversammlung noch anders entschieden.

Die Tegerfelder lehnen die Erweiterung der Deponie Buchselhalde mit einem hauchdünnen Resultat ab. 258 Stimmberechtigte sagten gestern Ja zur Deponie, 261 stimmten Nein. An der Sommer­gmeind im Juni stimmten die Tegerfelder noch mit 98 gegen 95 Stimmen der Nutzungsplanänderung zu. Dagegen wurde erfolgreich das Referendum ergriffen, weshalb es nun zur Entscheidung an der Urne gekommen ist.

Das Döttinger Unternehmen Birchmeier Kies + Deponie AG kann also nicht zwischen Döttingen und Tegerfelden rund 900'000 Kubikmeter unverschmutztes Erdreich ablagern. Dort besitzt das Unternehmen bereits die ehemalige Kiesgrube Buchselhalde, die mittlerweile gefüllt ist. Zwischen dieser Kiesgrube und der Surb wollte das Unternehmen auf einer Länge von rund 700 Metern Bauaushub ablagern. Die höchste Stelle wäre rund drei Meter höher als die Hauptstrasse nach Döttingen gewesen, etwa 90 Meter von der Strasse entfernt. 2017 stimmte der Grosse Rat der Aufnahme der Auffüllerweiterung der Deponie Buchselhalde in den Richtplan zu.

Freude und Enttäuschung

Der Abstimmung vorangegangen war eine emotionale Debatte, die das Dorf spaltete. Mit zahlreichen Leserbriefen, Flyern, Plakaten und in den sozialen Medien, versuchten die beiden Lager die Stimmbürger zu überzeugen. Die Gegner der Deponie befürchteten, das Naherholungsgebiet der Bächlimatte und der Schwobewis werde zerstört und das Klima verändert für eine Deponie, die es nicht brauche. Die Befürworter hingegen waren der Meinung, durch die Renaturierungsmassnahmen würden die Natur und die Bevölkerung profitieren und 1,5 Millionen Lastwagen-Kilometer durch die kürzeren Anfahrtswege eingespart. 

Der knappe Entscheid sorgt für Freude und Enttäuschung bei Gegnern und Befürwortern: «Wir vom sind erfreut darüber, dass eine Mehrheit der Bevölkerung unserer Meinung war», sagt Heinz Deppeler vom Nein-Komitee. Es gebe im Komitee eine gewisse Genugtuung, auch wenn man sich natürlich ein noch etwas deutlicheres Resultat gewünscht hätte. Weiter möchte sich Deppeler nicht mehr äussern.

Peter Wiedemeier vom Pro-Komitee sagt: «Das ist Demokratie, wir akzeptieren diesen Entscheid und können damit leben.» Trotzdem glaubt Wiedemeier, dass es eine grosse verpasste Chance für die Gemeinde sei. Es sei schade, und er nehme auch an, dass der Entscheid einen Einfluss auf die Gemeindefinanzen haben werde, so Wiedemeier. Aber er bedanke sich bei allen, die sich für ein Ja stark gemacht hatten.

Markus Birchmeier, Verwaltungsratspräsident der Birchmeier-Gruppe, sagt: «Natürlich sind wir enttäuscht. Mir tut es leid für das Pro-Komitee, das hervorragende Arbeit geleistet hat.» Dass es so knapp war, tue weh. Aber sein Unternehmen habe Alternativen bereit, da es darum gehe, Arbeitsplätze zu sichern. «Heute hat leider nicht nur Birchmeier verloren, sondern all die Menschen, die sich für Naturschutz eingesetzt haben.»

Meistgesehen

Artboard 1