Im Gebäude der Firma Joho Bootbau präsentiert sich ein Ort der Verwüstung: Überall liegen Trümmerteile herum. Verbogene Stützträger, demolierte Boote, mehrere beschädigte Autos. Und mittendrin im Chaos der Audi A1. Das Dach ist abgetrennt, das Chassis wie eine Handorgel zusammengefaltet. Es grenzt an ein Wunder, dass der Unfallverursacher am Samstagabend dem Wrack körperlich praktisch unversehrt entsteigen konnte.

So sieht es nach dem Unfall in Rümlikon aus.

So sieht es nach dem Unfall in Rümlikon aus.

Daniel Joho (32) steht fassungslos in der Halle und schüttelt den Kopf. Der Geschäftsführer der Bootbaufirma kann nach wie vor nicht glauben, was sich hier ereignet hat.

Ein 42-jähriger Schweizer war auf der Hauptstrasse von Kaiserstuhl in Richtung Zurzach unterwegs. In einer Linkskurve kam er aus noch ungeklärten Gründen von der Fahrbahn ab und fuhr geradeaus über eine Wiese. Der Wagen hob ab, durchschlug die Fassade und kam erst im Innern der Halle zum Stillstand. Dort verkeilte sich der Audi mit parkierten Booten und Autos.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Die Bilanz: Die Lagerhalle ist einsturzgefährdet. Ein Statiker soll beurteilen, ob die Liegenschaft abgerissen werden muss. Er nehme es dem Lenker nicht übel, sagt Daniel Joho. Dem Jung-Unternehmer geht es darum, dass ihm kein finanzieller Schaden entsteht. Heute hätte er einem Kunden am Zürichsee eines der zerstörten Boote ausliefern sollen. «Dieser Termin ist geplatzt.» Joho rechnet mit Ausfällen, den Betrieb sollte er aber aufrechterhalten können.

Mit voller Wucht in Halle geprallt

Mit voller Wucht in Halle geprallt

Kaputte Autos und Boote, eine einsturzgefährdete Gewerbehalle und 2 verletzte Polizisten. Das ist das Resultat eines spektakulären Unfalls in Rümikon.

Sein Ärger hält sich auch deswegen in Grenzen, weil der Zwischenfall einen tragischen Hintergrund haben könnte. Es kursieren Gerüchte, wonach der Fahrer seinen Wagen absichtlich in die Halle gesteuert haben soll. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach nimmt zu diesen Spekulationen keine Stellung.

Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, bestätigt aber, dass der Unfalllenker in die psychiatrische Klinik nach Königsfelden überführt worden sei, nachdem er im Kantonsspital Baden das Personal beschimpft hatte und danach den herbeigeeilten Polizisten heftig Widerstand leistete. Ob er unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand, ist offen. «Die Ergebnisse sind ausstehend», sagt Sandra Zuber, Sprecherin von der Staatsanwaltschaft.