Grenzbezirk

Handyempfang? Fehlanzeige! Das Zurzibiet ist voller Datennetzlöcher

Alle drei Mobilfunkanbieter geloben, ihr Netz ständig auszubauen. (Symbolbild)

Alle drei Mobilfunkanbieter geloben, ihr Netz ständig auszubauen. (Symbolbild)

Handyempfang – insbesondere mobiles Internet – ist im Zurzibiet bei allen Anbietern vielerorts Mangelware. Wir zeigen auf, in welcher Gemeinde man welchen Anbieter wählen sollte.

«Diese Seite kann nicht angezeigt werden.» Manchem Smartphone-Nutzer im Zurzibiet dürfte dieser Satz bekannt vorkommen – je nachdem, wo er sich gerade aufhält und welchen Mobilfunkanbieter er nutzt. Denn die Netzabdeckung fürs Surfen ist teilweise schlecht.

Zwei Beispiele: Bei der Zugfahrt von Koblenz nach Bad Zurzach wird man per SMS über die Roaming-Tarife in Deutschland aufgeklärt. Oder man sitzt zu Hause in Fisibach und versucht vergeblich, eine Newssite auf seinem Smartphone anzeigen zu lassen.

Die schlechte Nachricht: Alle drei grossen Mobilfunkanbieter (Sunrise, Swisscom, Orange) scheitern am Versuch, auch den hintersten Winkel im Zurzibiet mit schnellem Internet zu versorgen.

Die bessere Nachricht: Mit etwas Recherche findet man den Anbieter, der für den jeweiligen Wohn- und Arbeitsort am besten geeignet ist. Denn: Die Netzabdeckung im Bezirk Zurzach ist bei Sunrise, Swisscom und Orange unterschiedlich und auf interaktiven Landkarten auf den jeweiligen Websites ersichtlich.

Insgesamt am störungsfreisten surft es sich derzeit mit Sunrise: «Der Bezirk Zurzach wird von zwei Mobilfunkstationen umfassend für 2G- und 3G-Dienste abgedeckt», sagt Sunrise-Mediensprecher Roger Schaller. In weiten Gebieten hat man sogar eine 4G-Abdeckung.

Entlang des Rheins und in Teilen des Surbtals sowie des Studenlandes kann man mit 3G surfen. Ein grosses 2G-Gebiet liegt jedoch in Fisibach/Kaiserstuhl und im Bachsertal, ebenso um Baldingen/Böbikon.

Fisibacher setzen auf Orange

Fisibacher setzen am besten auf Orange. Deren Kunden haben laut der online zugänglichen Mobilfunknetz-Karte im ganzen Aaretal sowie entlang des Rheintals von Leibstadt bis Mellikon «superschnelles 4G-Netz», ebenso in der Achse Fisibach–Siglistorf–Schneisingen.

In Tegerfelden surft man mit 3G. Aber: In weiten Teilen des Surbtals und des Studenlandes haben Orange-Kunden das Nachsehen und müssen sich mit 2G-Empfang begnügen, wenn überhaupt – es gibt auch einige Funklöcher.

Orange investiere jährlich weit über 100 Millionen Franken in die Modernisierung und den Ausbau des Mobilfunknetzes, sagt Sprecherin Therese Wenger dazu.

Der Aus- oder Neubau sei sehr aufwendig, weil beim Bau einer Antenne viele Faktoren berücksichtigt werden müssten – «Schutzvorschriften, Bewilligungs- und Bauverfahren, technische Netzplanung und Integration ins bestehende Netz».

Sowohl Swisscom als auch Sunrise weisen auf die erschwerten Funkbedingungen in grenznahen Gebieten hin: «In Grenznähe müssen reduzierte Emissionswerte eingehalten werden», heisst es bei der Swisscom.

Die Grösse und Stärke der Mobilfunkzelle sei reduziert, was die Abdeckung und Kapazität verschlechtere. Sunrise-Mediensprecher Roger Schaller spricht von «Grenzwerten, die im angrenzenden Ausland um einen Faktor zehn höher sind als in der Schweiz.»

Es könne zudem zu Störungen durch ausländische Betreiber kommen. Die einzelnen Handymodelle reagierten darauf je nach Hersteller verschieden, darauf habe der Netzbetreiber wenig bis keinen Einfluss.

«In der Region Zurzach suchen wir mindestens zwei Standorte, um die geplanten Antennen realisieren zu können», sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger, und fügt augenzwinkernd an: «Sollten Sie also Hinweise auf ideale Standorte haben, sind wir sehr interessiert.»

Sunrise will sich «aus Konkurrenzgründen» nicht in die Karten blicken lassen: Man baue das gesamte Mobilfunknetz kontinuierlich aus, heisst es lediglich.

Und Swisscom-Sprecherin Annina Merk sagt: «Swisscom investiert in der Schweiz jährlich über 1,7 Milliarden Franken in den Ausbau ihrer Infrastruktur. Auch im Bezirk Zurzach ist ein Ausbau geplant, der Fokus liegt hier vor allem auf 3G und 4G.»

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