In Leuggern wird in die Mobilität investiert. Anfang April weihte die Gemeinde neun sogenannten Mitfahrbänkli ein. Mit den Mitfahrbänkli können unkompliziert Fahrgemeinschaften gebildet werden, um von einem Ortsteil in den anderen zu gelangen. Nun steht eine weitere Investition an. Fünf Bushaltestellen sollen behindertengerecht saniert werden. Zudem entstehen zwei neue Buswartehäuschen. Das Geschäft ist an der kommenden Einwohnergemeindeversammlung vom 15. Mai traktandiert. Die Kosten betragen insgesamt 630'000 Franken. Davon muss die Gemeinde 306'000 stemmen, den Rest übernimmt der Kanton.

Hintergrund der Sanierung: Ende 2023 müssten alle Tram- und Bushaltestellen in der Schweiz ohne Rampe für Rollstuhlfahrer befahrbar sein. 15 Jahre ist es her, seit das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten ist. Im Gesetz wird unter anderem geregelt, dass künftig Menschen mit einer Behinderung den öffentlichen Verkehr selbstständig benutzen können. Um ein niveaugleiches Ein- und Aussteigen zu ermöglichen, ist vielerorts eine Haltekante von 22 cm Höhe erforderlich. Mit der Umsetzung hapert es aber noch.

Der Kanton Aargau zählt insgesamt 1266 Bushaltestellen beziehungsweise 2414 Haltekanten. Im Oktober 2018 waren aber erst 50 von über 1400 Haltekanten entlang der Kantonsstrassen schon angepasst. Auch die betroffenen Bushaltestellen in Leuggern liegen an Kantonsstrassen. Von den zirka 1400 Haltekanten auf Kantonsstrassen sind rund 500 dem sogenannten Grobnetz zugeordnet. Dazu zählen die wichtigsten umzubauenden Haltekanten, immer mindestens eine pro Gemeinde: Daraus ergibt sich, dass noch rund 450 Haltekanten prioritär umzubauen sind. Der Kanton hat dafür eigens ein Projekt gestartet, um die fristgerechte Umsetzung zu gewährleisten.

Was, wenn Gmeind Nein sagt?

Doch was geschieht, wenn Leuggerns Stimmbevölkerung Nein sagt zur Finanzierung? «Das Behindertengleichstellungsgesetz ist ein Bundesgesetz. Eigentlich können wir fast nur Ja sagen», antwortet Gemeindeschreiber Stefan Kalt.

In Leuggern sollen in folgenden Ortsteilen Haltestellen saniert werden:

Härdlestrasse, Gippingen, Richtung

Leuggern

Kapelle, Hettenschwil, Richtung

Leuggern

Kapelle, Hettenschwil, Richtung

Mandach

Post, Leuggern, Richtung Döttingen

Post, Leuggern, Richtung Mandach

Der Baubeginn ist im Jahr 2020 geplant. Weiter beabsichtigt der Gemeinderat, im Zuge der Sanierungsarbeiten ein neues Buswartehaus bei der Haltestelle Härdlestrasse (Gippingen) zu erstellen. Bei der Haltestelle Post (Leuggern) ist vorgesehen, das bestehende Wartehaus abzubrechen und durch ein neues direkt an der Haltestelle zu ersetzen. Gleichzeitig soll die Fussgängerverbindung in Richtung Spital saniert werden. An den Kosten für die Wartehäuschen und den Gehweg von insgesamt 90'000 Franken beteiligt sich der Kanton nicht. An der Sanierung für die behindertengerechten Haltestellen beteiligt er sich mit 60 Prozent, was 324'000 Franken entspricht.