Vor eineinhalb Jahren gab der Stadtrat der kleinsten Schweizer Gemeinde bekannt, dass er die Hafenanlage erweitern möchte. 33 bestehende Plätze der über 20-jährigen Anlage sollen saniert werden, zusätzlich sollen 21 neue Bootsplätze entstehen.

Bevor der Ausbau in Angriff genommen wird, wollte der Stadtrat die Finanzierung sichern. Dies sollte mit Vorreservierungen der neuen Plätze ermöglicht werden. Wer einen der neuen Bootsplätze ergattern will, muss einen Mietvertrag für die Dauer von 15 Jahren unterzeichnen. Die Kosten betragen insgesamt 18'000 Franken. Die Hälfte des Betrags muss bei Baubeginn, die andere bei Bezug des Bootsplatzes bezahlt werden. Nun vermeldet der Stadtrat: «Die benötigte Anzahl Vorreservierungen wurde erreicht.» Damit können rund 80 Prozent der Kosten gedeckt werden, den Rest übernimmt die Gemeinde.

Neue Hürde: Umweltverträglichkeit

Eine Hürde ist also gemeistert, doch unerwartet taucht eine weitere auf: Der Kanton verlangt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), wie die Gemeinde letzte Woche mitteilte. Kaiserstuhls Vizeammann Daniel Hersche sagt: «Diese ist nötig, weil beim Bau von Hafenanlagen mit über 50 Liegeplätzen an Fliessgewässern im Kanton Aargau offenbar ein Umweltverträglichkeitsbericht eingereicht werden muss, wie uns der Kanton nachträglich eröffnete.»

Was bedeutet das für den Hafenausbau? Vorerst hat Kaiserstuhl erst 15 der neuen Plätze an die künftigen Besitzer verlost. Verlost wurden sie, weil mehr Interessenten als Bootsplätze vorhanden sind. Es bedeutet aber auch, dass sich der Ausbau verzögern wird. Begonnen wird erst, wenn Klarheit über die Anzahl der neuen Bootsplätze herrscht. Hersche rechnet in der zweiten Jahreshälfte damit. Der geforderte Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) wurde inzwischen durch die Gemeinde in Auftrag gegeben. Mitte des Jahres soll er vorliegen. Dann geht ein zweites Baugesuch an den Kanton und es wird sich entscheiden, ob bloss 15 oder doch 21 neue Plätze entstehen werden.

Die Sanierung der bestehenden Plätze ist indes aufgegleist. Daniel Hersche zeigt sich überzeugt, dass der Kanton Mitte Februar dafür definitiv grünes Licht erteilen wird: «Dann beginnen wir mit der Hafen-Sanierung.»

Hoffnung für Leute auf Warteliste

Die 15 Bootsbesitzer, die einen Platz unabhängig von der Umweltverträglichkeitsprüfung erhalten haben, wurden bereits durch die Gemeinde informiert. Für jene, die bei der Verlosung leer ausgegangen sind, besteht allerdings noch Hoffnung. «Sie erhalten eine zweite Chance, sollten die restlichen sechs Liegeplätze auch noch gebaut werden können», sagt Hersche. Der Vizeammann kündigt an, dass Mitte Jahr, nach der Umweltverträglichkeitsprüfung, eine zweite Verlosung stattfinden wird.