Atomenergie

Haarriss repariert: AKW Leibstadt nach 16 Tagen wieder am Netz

Beim AKW Leibstadt musste ein Haarriss im Wasserverteilring des Stator-Kühlsystems repariert werden.

Beim AKW Leibstadt musste ein Haarriss im Wasserverteilring des Stator-Kühlsystems repariert werden.

Das Atomkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau ist seit Montag wieder am Netz. Die undichte Stelle im nicht-nuklearen Kühlwasserkreislauf wurde repariert.

Wenn das AKW Leibstadt vom Netz ist, klingelt bei Andrea Portmann immer mal wieder das Telefon. Nebst Medienanfragen erreichen die Kommunikationsfrau des Atomkraftwerks auch Telefonate und Mails von besorgten Bürgern. «Es sind nicht viele», sagt Portmann, «aber wenn den Leuten auffällt, dass aus dem Kühlturm kein Wasserdampf hochsteigt, wollen sie wissen, was los ist.»

Fehlender Dampf bedeutet, dass die Turbine nicht angetrieben wird. «Die Anrufe kommen von beiden Seiten der Grenze», sagt Portmann. Und je besser das Wetter und je grösser die Sichtweite, desto grösser ist auch der Radius der Besorgnis.

Etwas mehr als 16 Tage stieg zuletzt kein Dampf aus dem Kühlturm. Am Samstag, 17. Oktober, ging Leibstadt vom Netz. Seit gestern Nachmittag produziert das Atomkraftwerk wieder Strom. Die undichte Stelle im nicht nuklearen Kühlwasserkreislauf wurde repariert.

Es hatte knapp eine Woche gedauert, bis der Defekt im Kühlsystem des Generator-Stators eindeutig lokalisiert werden konnte. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hatte den Vorfall auf der Ereignisskala der Stufe 0 (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) zugeordnet.

Auch wenn das AKW 16 Tage keinen Strom produzierte, fielen pro Tag Betriebskosten von 1,3 Millionen Franken an. Leibstadt deckt 14 Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz ab. Ursprünglich hätte das AKW bereits Ende letzter Woche wieder ans Netz gehen sollen. Die Reparatur am Kühlsystem des Generator-Stators konnte auch vor dem Wochenende abgeschlossen werden. Die anschliessenden Überprüfungen bestätigten die Dichtheit und Integrität der Komponente, sodass am Sonntag mit dem Wiederanfahren der Anlage begonnen werden konnte. Gestern um 13.45 Uhr war Leibstadt schliesslich wieder am Netz.

Die Reparatur sei in enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller des vor drei Jahren neu eingebauten Generators umgesetzt worden, teilte die Kernkraftwerk Leibstadt AG mit. Beim Defekt handelt es sich gemäss AKW-Betreiberin um einen Haarriss im Wasserverteilring des Stator-Kühlsystems. Am Donnerstag sei der Riss geschweisst und zusätzlich mit einer Platte verstärkt worden. Danach sei die Dichtheit getestet worden.

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