Zurzibiet

Grünes Licht vom Grossen Rat für Kiesabbau und Deponie

Markus Birchmeier in der Aushub-Deponie Buchselhalde.

Markus Birchmeier in der Aushub-Deponie Buchselhalde.

Selbst Monika Stadelmann von der SP sagt Ja zu Projekten der Firma Birchmeier. Denn SP und Grüne stimmten, mit Ausnahme der Bad Zurzacherin, geschlossen dagegen.

Der Döttinger Unternehmer Markus Birchmeier hat erfreuliche Wochen hinter sich: Ende April wurde die Birchmeier Bau AG mit dem Aargauer Unternehmerpreis 2017 ausgezeichnet. Am Dienstag nun behandelte der Grosse Rat zwei Projekte seiner Firma. Beide Male ging es um die Festsetzung im Richtplan. Einerseits für den Kiesabbau im Gebiet Hard/Härdli in Klingnau. Andererseits für die Deponie Buchselhalde in Döttingen und Tegerfelden (die az berichtete).

Das geplante Kiesabbaugebiet in der Klingnauer Geländekammer Hard/Härdli.

Das geplante Kiesabbaugebiet in der Klingnauer Geländekammer Hard/Härdli.

Beide Male stimmte der Grosse Rat der Vorlage zu. Er folgte damit der Empfehlung der vorberatenden Kommission. Birchmeier wusste auch die sieben Zurzibieter Grossräte hinter sich. Sie stimmten allesamt mit Ja, einzig Böttsteins Patrick Gosteli (SVP) enthielt sich beim Kiesabbau im Hard/Härdli der Stimme. Das Klingnauer Werk steht in Konkurrenz zu einem Projekt des Grosskonzerns Holcim Lafarge in Böttstein.

Stadelmann widersetzt sich

Die breite Unterstützung aus dem Bezirk Zurzach erstaunt nicht, denn SVP, CVP und FDP befürworteten die Anpassungen in den Richtplänen. Aus diesen drei Parteien stammen sechs der sieben Zurzibieter Grossräte. Überraschend ist indes, dass auch die SP-Grossrätin Monika Stadelmann den beiden Vorlagen zustimmte. Denn SP und Grüne stimmten, mit Ausnahme der Bad Zurzacherin, geschlossen dagegen.

«Es ist mir überhaupt nicht schwergefallen, gegen die Empfehlung der eigenen Partei zu stimmen», sagt Stadelmann. Dabei spielten natürlich auch regionale Überlegungen eine Rolle: «Die Projekte schaffen Arbeitsplätze im Bezirk Zurzach, die Anfahrtswege für Zulieferer werden verkürzt und in beiden Projekten wird dem Umweltschutz Rechnung getragen.» Vor allem gegen den letzten Punkt richteten sich die Bedenken von Stadelmanns Parteikollegen. Der Badener SP-Grossrat Jürg Caflisch stellte zur Deponie Buchselhalde einen Antrag auf Rückweisung, Hansjörg Wittwer (Grüne) sagte, das Projekt würde den Naturraum rund um die Surb massiv beeinträchtigen.

FDP-Regierungsrat Stephan Attiger entgegnete, gesamtkantonal fehle es an Deponiestandorten. Das vorliegende Gesuch werde nicht nur aufgrund des Bedarfs im Zurzibiet beurteilt, einbezogen würden auch die Regionen Baden und Brugg, von dort werde auch Material angeliefert. Mit 92 zu 37 Stimmen sagte der Grosse Rat schliesslich Ja zur Festsetzung des Deponiestandortes im Richtplan.

Zur Festsetzung des Kiesabbaugebiets Hard/Härdli sagte der Grosse Rat mit 85 zu 38 Stimmen Ja. Rosmarie Groux, Sprecherin der vorberatenden Kommission, hielt fest, man sei sich nicht einig gewesen, ob ein Bedarf nach weiteren Kiesgruben bestehe. Hansjörg Wittwer sagte, seine Fraktion lehne den Standort ab – statt Primärkies abzubauen, solle mehr Sekundärkies rezycliert werden. Die SP stellte sich auf den Standpunkt, es lohne sich nicht, minderwertigen Kies abzubauen und dafür viel Landwirtschaftsland zu opfern. Regierungsrat Attiger sagte, schon jetzt gebe es grosse Anstrengungen, mehr Recyclingkies zu verwenden. Er räumte ein, dass die Fruchtfolgeflächen mit dem Projekt kleiner würden – dies müsse aber später wieder ausgeglichen werden.

Birchmeier vor dem Liveticker

Markus Birchmeier hatte die Debatten im Grossen Rat im az-Liveticker verfolgt und «mitgefiebert». Aufgrund der Empfehlungen der vorberatenden Kommissionen sei er optimistisch gewesen. Den Zurzibieter Grossräten hatte er vorgängig mit auf den Weg gegeben, dass die Projekte nicht nur für seine Firma wichtig seien, sondern ebenso für die Region. «Für unsere Firma waren das zwei wichtige Etappensiege», sagt Birchmeier. «Die Unterstützung der Kantonsbehörden verleiht uns für die weitere Planung Sicherheit.» Man wolle nun beide Projekte mit Hochdruck vorantreiben. Falls die Gmeind in Tegerfelden Ja sagt, kann der Betrieb der Deponie im Frühling 2018 nahtlos fortgesetzt werden. Mit dem Kiesabbau in Klingnau kann die Firma im Idealfall Ende 2018 beginnen.

Lesen Sie hier die Debatte in unserem Liveticker nach:

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