Am 1. September 1969 ging Beznau I ans Netz. Heute, exakt 45 Jahre danach, haben sich die Nationalräte Bastien Girod und Christian van Singer sowie die Grossrätin Irène Kälin auf der Brücke vor dem AKW Beznau I versammelt, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, dass das AKW abgestellt werden müsse. Das Ablaufdatum sei erreicht.

Die Grünen fordern das Abstellen des Atomkraftwerks Beznau, es sei laut Kälin ein trauriges Zeichen dafür, dass der Kanton Aargau die Energiewende verschlafe. «Der Aargau nennt sich Energiekanton, jedoch ist die politische Mehrheit gegen eine Neuausrichtung.»

Van Singer weist auch auf die sich länger werdende Einsatzdauer von Atomkraftwerken hin, welche er für unverantwortlich hält. Durch menschliches Versagen oder terroristische Akte können Unfälle verheerende Folgen für mehrere Generationen haben. Momentan werde mit den Atomkraftwerken «Russisch Roulette» gespielt.

Girod betont ebenfalls, dass längere Betriebszeiten keineswegs der Weg zu einem Ausstieg seien und erwähnte drei dringende Sicherheitsmängel des Kraftwerks. Zum einen sei dies die fehlende Automatisierung, die aufgrund des frühen Baujahrs des Kraftwerks Beznau nicht vorhanden ist.

In einem Notfall müssen verschiedene Schritte von Menschenhand eingeleitet werden, anstatt dass dies automatisch geschehe. Die fehlende räumliche Trennung von Sicherheitselementen stellt ein weiterer Mangel dar, diese können beispielsweise durch eine Explosion stillgelegt werden. Als drittes erwähnt Girod die fehlende Sicherheit vor gezielten Flugzeugabstürzen.

Nur wenn die Atomkraftwerke abgestellt werden, könne von einem Atomausstieg gesprochen werden. Die Politiker fordern den Nationalrat auf, die «inakzeptablen Fehlentscheide» seiner Umweltkommission zu korrigieren.

Diese hat letzte Woche zur Energiestrategie 2050 entschieden, die AKW unbeschränkt weiterlaufen zu lassen. Ohne Korrektur durch die Räte wollen die Grünen die Atomausstiegsinitiative vors Volk bringen.

Grüne AG Beznau

Das von den Grünen Aargau angekündigte «wütende Geburtstagsständchen» für den Jubilar Beznau blieb heute allerdings aus. Die fünf anwesenden Grünen hätten sich wohl als sehr einsame Rufer gefühlt, wenn sie auch noch gesungen hätten.

Glättli Beznau