Die Facharbeitsgruppen, die acht verschiedene Themenfelder bearbeiten, sind derzeit daran, ihre Schlussberichte zu verfassen. Diese werden schliesslich der Projektleitung vorgelegt. Auf ihrer Grundlage wird der Fusionsvertrag ausgearbeitet, der im Herbst 2019 vor die Stimmbevölkerung kommen könnte.

Die Facharbeitsgruppe «Behörden und Verwaltung» schlägt für die fusionierte Gemeinde weiterhin eine Gemeindeversammlung vor. Sie spricht sich somit gegen die Einführung eines Einwohnerrates aus.

Seit dem Jahr 1974 führte keine Aargauer Gemeinde mehr einen Einwohnerrat ein. Im Gegenteil: Spreitenbach, Suhr, Neuenhof, Aarburg und Oftringen schafften das Parlament wieder ab. In den letzten Jahren scheiterten in Oftringen und Rheinfelden politische Anläufe, einen Einwohnerrat einzuführen. Sowohl die Gemeindeabteilung Kanton Aargau wie auch der externe Rheintal+-Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner sprechen sich klar für die Beibehaltung der Gemeindeversammlung und somit gegen die Einführung eines Einwohnerrates aus.

Für die Gemeindeversammlung spreche unter anderem das direkte Mitspracherecht der Bevölkerung, begründet die Facharbeitsgruppe ihre Empfehlung. Gegen einen Einwohnerrat sprechen zum Beispiel die hohen zusätzlichen Kosten, die mit rund 300'000 Franken beziffert werden.

5, 7, 9 oder 14 Gemeinderäte?

Bei der Zusammensetzung des Gemeinderates standen in erster Linie das Mitspracherecht und die Praxistauglichkeit im Fokus. Varianten mit 5, 7, 9 oder 14 Gemeinderäten wurden ins Spiel gebracht. Ein Gemeinderat mit nur 5 Mitgliedern war für die Facharbeitsgruppe aber unrealistisch und wurde daher nicht weiterverfolgt. Bleiben 7, 9 oder 14. «Wir sind überzeugt, dass eine neue Gemeinde mit allen drei Varianten starten könnte, aufgrund der Beurteilung hält eine knappe Mehrheit der Facharbeitsgruppe die Lösung mit 7 Mitgliedern plus Begleitkommission als beste Variante für den Start der neuen Gemeinde», lautet das Fazit.

Konkret würde das wie folgt aussehen: Der 7-köpfige Gemeinderat wird mindestens in den ersten 4 Jahren von einer 10-köpfigen Begleitkommission unterstützt. Diese wird durch den neuen Gemeinderat gewählt und setzt sich aus je einem Dorfvertreter zusammen (gleiches Mitspracherecht für alle Gemeinden). Die Begleitkommission steht dem Gemeinderat mit Rat und Tat zur Verfügung und kann punktuell zu Gemeinderatssitzungen, Klausurtagungen etc. hinzugezogen werden.

Diese zehn Zurzibieter Gemeinden wollen eine Fusion prüfen.

Diese zehn Zurzibieter Gemeinden wollen eine Fusion prüfen.

In den ersten 4 Jahren muss die Begleitkommission mindestens zweimal jährlich zu einer Gesamtsitzung mit dem Gemeinderat eingeladen werden. So kann gewährleistet werden, dass möglichst kein Know-how-Verlust entsteht. Es sei von Vorteil, wenn die Kommission grösstenteils aus ehemaligen Gemeinderatsvertretern zusammengesetzt ist, empfiehlt die Facharbeitsgruppe.

Ein 7-köpfiger Gemeinderat wird als schlankes Gremium mit optimaler Ressortverteilung angepriesen. Als negativ wird die hohe Arbeitslast der Gemeinderäte eingestuft. Der Hauptkritikpunkt aber lautet: Nicht jede der 10 Gemeinden wäre in dieser Exekutive vertreten. Die Sitzverteilung ist wie folgt angedacht. Bad Zurzach mit seinen 4300 Einwohnern würde 3 Gemeinderäte stellen. Den übrigen 9 Gemeinden mit insgesamt 4060 Einwohnern stünden 4 Sitze zu.

Verwaltung in Bad Zurzach

Weiter spricht sich die Facharbeitsgruppe für einen zentralen Verwaltungsstandort in Bad Zurzach aus: «Neben den eindeutigen Vorteilen für die Verwaltung selber ist ein Gang auf ein Amt heute immer weniger oft nötig, kann doch immer mehr auch via Mail, Telefon oder Internet gelöst werden.» Von der Grösse, Lage und der verkehrstechnischen Erschliessung her mache ein Standort in Bad Zurzach mit Abstand am meisten Sinn. Diverse Stellen sind heute schon dort stationiert und in Bad Zurzach alleine wohnen über 50 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner der allfällig neuen Gemeinde.