Silvan Dillier wird immer erfahrener in seinem neuen Nebenjob als Starter. Der verletzte Radprofi aus Schneisingen kann im Moment nicht selber in den Sattel steigen. Zumindest nicht rennmässig, seit diesen Tagen kann er wenigstens wieder ganz vorsichtige Ausdauertraining betreiben. Der Grosse Preis des Kantons Aargau ist sicherlich das Rennen, welches Dillier am häufigsten bestritten hat.

Doch diesmal war er zum Zuschauen gezwungen. «Ja klar, es tut schon ein bisschen weh», musste er nach seinem Schlüsselbeinbruch eingestehen. Dafür hat er sich bereits neue Ziele gesetzt. Die Tour de France kommt für den Schneisinger wohl noch zu früh. Dafür denkt er an neue Herausforderungen: Die Vuelta in Spanien würde ihn reizen. Und da wäre er nicht nur der Helfer im Team, sondern könnte mit grösseren Ambitionen und eigenen Zielen an den Start gehen.

Aber im Moment ist an ein Rennen mit ruppigen Aufstiegen und Sprints nicht zu denken. So hat er als Ehrenstarter letztes Wochenende bei seiner «Dillier Classic» rund 300 Hobbyfahrer auf die Strecke geschickt. Dies jedoch in diversen Blöcken über fast eine Stunde verteilt. Diesmal schickte er die rund 130 Profis beim GP des Kantons Aargau alle miteinander auf die knapp 186 Kilometer lange Strecke. Und dies erst noch mit tatkräftiger Unterstützung von OK-Präsident René Huber und Simon Leumann als Vertreter des Hauptsponsors, der Aargauischen Kantonalbank AKB.

Nino Schurter nimmt am GP teil

Nino Schurter nimmt am GP teil

Der Mountainbike-Olympiasieger und siebenfache Weltmeister Nino Schurter sagte heute seine Teilnahme beim GP Gippingen zu.

Dies bei hervorragenden Bedingungen, angenehmen Temperaturen und wolkenlosem Himmel. Zumindest meteorologisch herrschte eitel Sonnenschein in Gippingen. Doch OK-Präsident Huber hat es bereits in seinem Vorwort der AZ-Beilage angetönt und in seiner Begrüssungsrede nochmals deutlich unterstrichen: Die Organisatoren der Gippinger Radsporttage kommen langsam, aber sicher an ihre Grenzen.

Es wird immer schwieriger, die nötigen Sponsoren zu finden. Doch noch mehr Kopfzerbrechen bereitet den Organisatoren, dass sie keine Nachfolger finden. Denn viele sind schon Jahre wenn nicht Jahrzehnte dabei und möchten langsam etwas kürzer treten.

Lokalmatador Timo Güller

Weil Silvan Dillier als Lokalmatador nicht mittun konnte, musste ein anderer in die Bresche springen. Und Timo Güller aus Döttingen tat dies hervorragend. Bereits früh verabschiedete er sich mit zwei Begleitern aus dem Feld und fuhr lange in der Spitzengruppe mit.

Sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer in Fehrental, die bei schönstem Wetter den Auftakt zu den Radsporttagen genossen. Nach der Abendunterhaltung heute Freitag geht es am Samstag mit den Militärradrennen und der Drei-Länder-Meisterschaft der U23 weiter.

Am Sonntag bildet der Familientag mit den Schüler- und Piccolo-Rennen den Abschluss. Dann geht es für die Organisatoren darum, diese Radsporttage abzuschliessen und abzurechnen – um danach mit Hochdruck daran zu gehen, neue Mitglieder für das OK der Gippinger Radsporttage zu finden.