Fussball, 2. Liga inter

Grosse Sorgen trotz Sieg: Warum Klingnau-Trainer Samir Bajramovic den Erfolg gegen Pajde nur bedingt feiert

Samir Bajramovic: Der Klingnau-Trainer hat trotz des jüngsten Sieges einige Sorgen.

Samir Bajramovic: Der Klingnau-Trainer hat trotz des jüngsten Sieges einige Sorgen.

Der FC Klingnau ist derzeit gebeutelt, muss viele Verletzte ersetzen. Und auch im Aargauer Derby gegen den NK Pajde aus Möhlin verletzen sich zwei weitere Spieler. Dennoch: Die Zurzibieter siegen dank eines Last-Minute-Treffers von Polat Günes und bleiben im Mittelfeld klassiert.

Samir Bajramovic mag noch nicht lachen. Der Klingnauer Trainer ist nach dem knappen Sieg gegen den NK Pajde Möhlin in Sorge. Weil sein Sohn Eldin mit einem gebrochenen Arm im Spital liegt. Es läuft die Nachspielzeit, als Vater Samir seinen 17-jährigen Spross aufs Feld schickt. Er hat den A-Junior mangels Alternativen auf das Matchblatt genommen und will ihn mit einigen Minuten Spielzeit belohnen. Keine 60 Sekunden steht Eldin auf dem Feld, da liegt er schon am Boden und ein Gegner tritt auf seinen Arm. Die Schmerzen sind gross, die Sorgen von Vater Samir ebenfalls. Einen Tag nach der Partie ist der junge Mann bereits operiert und auf dem Weg zur Besserung. «Es war ein riesiger Schock, nicht nur, weil es meinen Sohn getroffen hat.»

Eldin und Samir Bajramovic im Spital.

Eldin und Samir Bajramovic im Spital.

Die Tore im Spiel gegen den NK Pajde fallen erst nach dem Seitenwechsel. Vorher vergibt das Heimteam aus Klingnau mehrere Möglichkeiten zur Führung. Nach etwas mehr als einer Stunde ist es Arianit Ibrahimi, der das erste Tor erzielt. Er ist einer der Spieler, die für Fleiss und Einsatzbereitschaft stehen, sagt Trainer Bajramovic und deshalb mag er dem jungen Mann den Treffer doppelt gönnen. «Er verhält sich in den Trainings vorbildlich, ist immer da und gibt grossen Einsatz. Ich habe grosse Freude an ihm.»

Nach dem 2:0 folgt der Einbruch

Die Freude wurde gar noch grösser, als Paulo Arias nur wenige Minuten später nachdoppeln und auf 2:0 erhöhen konnte. Danach folgte allerdings ein Bruch im Klingnauer Spiel, Bajramovic sagt, man habe aufgehört zu spielen und dem Gegner das Feld überlassen. «Dafür wurden wir bestraft.» In der 77. Minute folgte der Anschluss- und in der 84. Minute gar der Ausgleichstreffer der Gäste.

Doch die Klingnauer bewiesen Moral, konnten auch den Ausfall von Captain Brahim Maloki noch wegstecken und kamen dank Stürmer Polat Günes in der letzten regulären Spielminute zum 3:2, das gleichbedeutend mit dem Endstand war. Auch für den zu Beginn der Saison wenig erfolgreichen Stürmer freut sich Bajramovic sehr und hofft, dass der Knoten bei Günes nun endgültig geplatzt ist und er weiterhin befreit aufspielen kann.

Blick nach vorne

Es ist ein eminent wichtiger Sieg für den FC Klingnau, der nach dem 0:9 von vergangener Woche gegen den FC Freienbach sogleich wieder in die Spur gefunden hat. Das ist gerade wegen der widrigen Umstände – es fehlten mehrere Stammspieler verletzt – umso wichtiger. Nun ist diese herbe Schlappe nicht mehr in den Köpfen und der Blick kann nach vorne gerichtet werden. Nicht nur in der Meisterschaft, in welcher die Klingnauer am Samstag auf die Zürcher Blue Stars treffen, sondern auch im Hinblick auf die Genesung der verletzten Spieler wie Samir Bajramovics Sohn Eldin.

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