Bad Zurzach

Grosse Betroffenheit nach tödlichem Unfall: «Es hätte jeden treffen können»

Stille Trauer am Unfallort: Kerzen und Blumen erinnern vor der Denner-Filiale an das Unglück vom Samstag.

Stille Trauer am Unfallort: Kerzen und Blumen erinnern vor der Denner-Filiale an das Unglück vom Samstag.

Im Bezirkshauptort herrscht nach dem folgenschweren Unfall mit einer Toten und einer Schwerverletzten grosse Betroffenheit. Der Fahrer ist in der Region bekannt. Gegen den Lenker des Unfallwagens läuft nun ein Verfahren.

Kerzen brennen, daneben liegen gelbe Rosen. Mehrere Passanten bleiben vor der Denner-Filiale stehen und halten für einen Moment inne. Eine Frau packt aus ihrer Tasche eine weitere Kerze aus und zündet sie an. Sie schüttelt den Kopf und sagt: «Wie konnte das nur passieren?» Sie selbst kauft regelmässig im Geschäft an der Baslerstrasse ein. «Es hätte jeden von uns treffen können.» Am Samstagnachmittag erlebte sie aus nächster Nähe mit, wie die Einsatzkräfte um das Leben einer 39-jährigen Frau und ihrer Mutter kämpften. Sie befand sich auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt im Zentrum. Während die 69-Jährige schwer verletzt überlebte, kam für ihre Tochter jede Hilfe zu spät. Sie starb noch auf der Unfallstelle (die «AZ» berichtete).

Verursacht hat den Unfall ein 71-jähriger Rentner. Er geriet mit seinem weissen VW-Bus aufs Trottoir und erfasste die beiden Frauen. Anschliessend krachte er in einen Baum. Laut Augenzeugen gab der Rentner an, eingeschlafen zu sein. Im Ort wird diese Darstellung angezweifelt. «Kurz bevor er auf die Strasse einbog, musste er seinen Wagen noch durchs Zentrum steuern», schildert ein Bewohner. Innerhalb so kurzer Zeit könne er kaum eingenickt sein. Er vermutet eher ein medizinisches Problem. Dem Vernehmen nach handelt es sich um einen ehemaligen Wirt aus dem Bezirk.

Weshalb verlor der 71-Jährige in Bad Zurzach die Kontrolle über sein Auto?

Weshalb verlor der 71-Jährige in Bad Zurzach die Kontrolle über sein Auto? (9. Dezember)

Ein älterer Herr krachte durch die Scheibe in ein Café und verletzte dabei eine Frau tödlich. Der Augenzeuge Michael Luis sprach mit dem Unfallfahrer und schildert nun das Gespräch TeleM1.

Unfallfahrer einvernommen 

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Verfahren gegen den Lenker eröffnet. Der Beschuldigte konnte unterdessen befragt werden, erklärt Sprecherin Elisabeth Strebel auf Anfrage. Da die Untersuchung ganz am Anfang stünde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber keine weiteren Angaben zum Hergang des Unfalls machen. 

In Bad Zurzach wird derweil der Ruf nach Solidarität laut. «Wir würden den Angehörigen gerne in irgendeiner Form helfen», sagt ein Paar vor der Denner-Filiale. Betroffen zeigt sich auch der Gemeinderat. Eine Unterstützung schliesst er ebenfalls nicht aus. An seiner gestrigen Sitzung diskutierte er das weitere Vorgehen. «Im Vordergrund steht aber die Rücksicht und der Schutz der leidgeprüften Familie», so Ammann Reto S. Fuchs. 

Rasch gehandelt hat Diakon Marcus Hüttner. Er stellte am Samstagabend unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks im Verenamünster ein Plakat auf, auf dem er die Besucher aufforderte, die Opfer des Unfalls in ihre Gebete einzuschliessen. «Das hat gutgetan und war sehr tröstend», sagte eine Teilnehmerin des Gottesdienstes.

Meistgesehen

Artboard 1