Rund 600 der etwa 10'000 Zander sind eingegangen, der Rest hat überlebt. Die Tiere befanden sich im Untergeschoss, das durch eine dicke Betonwand von den Obergeschossen getrennt ist. Es drang nur Löschwasser in das Untergeschoss ein. Die Zander in einem Becken überlebten offenbar nicht, wie Geschäftsinhaber Bernhard Kaufmann am späten Mittwochabend der AZ sagte. 

Bei der Feuerwehr ging der Alarm um 18.47 Uhr ein. Als die Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, stand das weisse Gewerbegebäude, das ausserhalb von Klingnau zwischen Bahnlinie und der leicht erhöhten Kantonsstrasse liegt, bereits in Vollbrand. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen bis zirka 21 Uhr grossmehrheitlich löschen. Am späten Abend qualmte es wegen diverser Glutnester nichtsdestotrotz noch stark aus dem Gebäude. Über Nacht blieben auch mehrere Feuerwehrleute vor Ort. Es dauerte bis Mitternacht. In der Brand hielten mehrere Einsatzkräfte wegen möglichen Glutnester eine Brandwache, wie Feuerwehr-Kommandant Remo Bugmann der AZ sagt.

Grossbrand in Klingnauer Fischzucht

Grossbrand in Klingnauer Fischzucht

Am Mittwochabend, 10. Januar 2018, hat ein Grossbrand in der Klingnauer Fischzucht einen grossen Sachschaden verursacht. Die meisten der 10'000 Zander im Untergeschoss des Gewerbegebäudes allerdings überlebten das Inferno.

Grosseinsatz der Feuerwehren

Von mehreren Positionen aus hielten Feuerwehr-Einsatzkräfte Löschschläuche auf das Gebäude, aus dem Flammen in den schwarzen Himmel hinaufzüngelten und dicker grau-weisser Rauch emporstieg. Auch von der Autodrehleiter der Stützpunktfeuerwehr Bad Zurzach-Rietheim, die auf der Kantonsstrasse positioniert war, hielt ein Feuerwehrmann einen Schlauch auf das Gebäude, aus dem Löschwasser schoss, mehrere Tausend Liter pro Minute. Insgesamt standen zirka 120 Feuerwehrmänner und -frauen im Einsatz. Auch ein Löschzug der SBB stand bereit, kam aber nicht zum Einsatz, wie aus der Kapo-Mitteilung hervorgeht.

Leservideo: Die Klingnauer Fischzucht steht in Flammen.

Leservideo: Die Klingnauer Fischzucht steht in Flammen.

Im Gebäude befand sich offenbar niemand, als das Feuer ausbrach – Verletzte sind nicht zu beklagen. Die Flammen dürften allerdings einen beträchtlichen Sachschaden angerichtet haben. Die Brandursache ist unklar. Die Brandermittler der Kantonspolizei werden den Brandort am Donnerstag ansehen. 

Hauptgebäude nicht betroffen

Die Fischzucht gehört zur Tegatec Gmbh, einer Fischerei-Ausrüsterfirma. Eigentümer Bernhard Kaufmann ist von der Polizei über den Brand informiert worden, wie er der AZ am Mittwoch erzählt. Die oberen Geschosse wurden, wie er sagt, als Werkstatt und als Lager genutzt. «Dort war selten jemand von uns.» Das Hauptgebäude der Firma, das wenige Meter daneben liegt, ist nicht vom Brand betroffen. Auch dort sind nochmals 10'000 Zander der Fischzucht untergebracht. Früher verkaufte die Firma Kaufmann Kois, die wertvollsten Fische der Welt. Damals hiess sie auch noch "Koi-Farm". Dieser Schriftzug steht auch noch auf einem Lieferwagen der Firma, der neben dem Brandort stand und arg beschädigt wurde. Beim Ausbruch des Feuers stand er näher am Gebäude, ehe ihn ein Feuerwehrmann wegfuhr. 

Die Tegatec GmbH, wie die Firma heute heisst, führt seit vier Monaten keine Kois mehr im Angebot, dafür ein grosses Angebot an Utensilien für Gartenteiche oder Fischereiutensilien.

Gleich auf der anderen Seite der Kantonsstrasse, zirka 100 Meter entfernt, befindet sich der bekannte Klingnauer Ledermöbelhersteller de Sede. Auch dieses Gebäude blieb vom Feuer
verschont.

Die Kantonsstrasse blieb bis nach 23 Uhr gesperrt. Die S-Bahn zwischen Koblenz und Klingnau konnte dagegen im Schritttempo am Brandort vorbeifahren. 

Die Kantonspolizei sucht Zeugen, insbesondere Personen, die Video- und Fotoaufnahmen vom Beginn des Brandes haben.

18.11.2015: Fisch, frisch vom Bauernhof

Bericht vom 18.11.2015 mit Impressionen aus der Klingnauer Fischzucht

Bernhard Kaufmann hat mit der Fischzucht eine Marktlücke entdeckt. Er würde gern Bauern überzeugen, es ihm gleichzutun.

Bernhard Kaufmann: «Fisch ist eine Alternative in der Landwirtschaft» (19.11.2015)

Bernhard Kaufmann: «Fisch ist eine Alternative in der Landwirtschaft» (19.11.2015)

Bernhard Kaufmann hat eine Marktlücke entdeckt. Der Klingnauer züchtet in seinem Betrieb Fische und erklärt, dass dies Sinn macht - auch weil beim Fisch in der Schweiz 96 Prozent importiert werden.