Bad Zurzach

Gratiseintritt und ein Rückblick – auf die Zeit als das Regibad förmlich überrannt wurde

Bereits in den Anfangsjahren des 1969 eröffneten Freibads am Rheinufer zog es zahlreiche Badegäste aus der Region in die temperierten Schwimmbecken.

Das Freibad feiert dieses Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Ein Blick zurück in die Anfänge.

Auch nach 50 Jahren hat das Wasser im Regibad Zurzach konstant 26 Grad. «Anfangs hat die Schweizerische Sodafabrik, die heutige Solvay, das warme Wasser für das Freibad noch gratis geliefert», erzählt Kurt Wahl. Der 69-jährige pensionierte Sekundarschullehrer hat anlässlich der am Wochenende anstehenden Jubiläumsfeier des Regibads anhand alter Zeitungsberichte und Akten dessen Geschichte aufgearbeitet. «In Zurzach hat man schon lange von einem Freibad geträumt. Die Zurzacher sind in den Fünfzigern und Anfang der Sechziger nach Döttingen und sogar nach Waldshut gefahren, um ins Freibad zu gehen», sagt Wahl.

Im Juli 1964 wurde in Zurzach beschlossen, eine Planungskommission zum Bau eines Schwimmbads einzusetzen. Die Kommission, präsidiert durch den hiesigen Turnlehrer Egon Rohr, kam noch im Oktober des selben Jahres zusammen. Wahl betont, dass von Anfang an mehrere Gemeinden in die Planung miteinbezogen waren. Nebst Zurzach, das sich zu 73 Prozent am Regibad beteiligte, finanzierten Böbikon, Rekingen und Rietheim die 1,8 Millionen Franken teure Anlage mit. Die beiden weiteren Gemeinden im heutigen Verbandsvorstand, Baldingen und Wislikofen, traten diesem erst 2016 bei.

Grösstes Freiluftbad der Schweiz

Realisiert wurde das Projekt durch den Architekten Fritz Schwarz aus Zürich, der bereits das dortige Sportzentrum Heuried gestaltete. Der Bau des Regibads zog sich vom April 1968 bis zum 5. Juli 1969 hin. Das «Zurzacher Volksblatt» urteilte zur Eröffnung: «Dass in Zurzach eine Pionierleistung geschaffen wurde, fällt sofort jedem Besucher auf: Es ist das grösste geheizte Freiluftbad der Schweiz.» Laut Kurt Wahl sei das warme Wasser ein damals entscheidender Vorteil für das Regibad gewesen: Aufgrund der beheizten Becken konnten die Badesaisons verlängert werden, das Freibad öffnet jeweils bereits Ende März, Anfang April, also vor der Hauptsaison. «In den Anfangsjahren gab es einen regelrechten Run auf das Regibad in der gesamten Umgebung», sagt der Pensionär. Nicht nur die lange Badesaison und das wärmere Wasser, sondern auch die schöne Lage direkt am Rheinufer zog schnell viele Badegäste aus dem ganzen Zurzibiet an: Im Eröffnungsjahr kamen bereits 75'000 Leute, 15'000 mehr als kalkuliert. 1970 wird der Schwimmklub SK70 Bad Zurzach gegründet, der Anfang der 70er zu einer nationalen Grösse im Wasserball avancierte und sogar fast in die Nationalliga A aufstieg. Im Regibad derweil betrat 1973, fünf Jahre nach Eröffnung ,bereits der millionste Besucher das Freibad. Die 100'000-Besuchermarke wurde noch in vielen Jahren erreicht, seit 2004 liegt der Wert allerdings immer darunter.

«Das Freizeitangebot rundum ist heute so viel grösser als damals», sagt Monika Dietsche, die heutige Betriebsleiterin des Regibads. Die ehemalige Frau Vizeammann von Rekingen ist «quasi im Regibad aufgewachsen» – da ihr Vater Peter Merz fast 30 Jahre Chef der Einrichtung war, verbrachte die Familie die komplette Freizeit im Freibad. «Heute reicht es nicht mehr aus, einfach ein Becken voll Wasser bereit zu stellen. Die Leute sind anspruchsvoller geworden. Um konkurrenzfähig zu bleiben, versuchen wir immer, auf der Überholspur zu bleiben – was nicht immer einfach ist», sagt Dietsche. So verzeichnete das Regibad 2017 ruckläufige Besucherzahlen, da die 1981 eröffnete Rutschbahn abgebaut worden war. 2018 wurde eine neue Rutschbahn eingeweiht, die sich in die moderne Badelandschaft mit Sprung-, Plansch- und Familienbecken, Beachvolleyball-Feld und Grillplatz einreiht.

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