Letzten Oktober ging der Goldfund von Klingnau in das Eigentum der Gemeinde über. Aus der Rechnung 2017, die nun für die nächste Gemeindeversammlung öffentlich aufliegt, geht nun hervor, zu welchem Preis die Gemeinde die 2,6 Kilogramm Goldbarren (am 23. Oktober 2017) verkauft hat: Es sind 103'679 Franken. Das entspricht einem Kilopreis von 39'877 Franken.  

Nach Abzug von Finderlohn und Kosten flossen rund 91'000 Franken in die Gemeindekasse. Vom Erlös wurden 1906 Franken für ein Gutachten eines Rechtsanwaltsbüros abgezogen. Ebenso rund 250 Franken für die vierjährige Tresormiete, während der eine Bank die Barren hütete.  

Übergabe des Klingnauer Goldfunds an die Gemeinde

Übergabe des Klingnauer Goldfunds an die Gemeinde (20. Oktober 2017)

Gemeindeammann Oliver Brun und Gemeindeschreiber Rolf Walker kontrollieren den Bestand und bestätigen den Empfang des Goldschatzes per Unterschrift. René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet, übergibt die herrenlose Goldbarren an die Gemeinde Klingnau.

Die beiden Männer, welche am 28. Juni 2012 auf das Gold stiessen und sogleich die Polizei benachrichtigten, haben zusammen einen Finderlohn von 10'600 Franken, rund 10 Prozent, erhalten. Obendrauf gab es je ein 20-Franken-Goldvreneli, Kaufpreis 524 Franken. Quasi als goldenes Erinnerungsstück an jenen besonderen Moment, als sie beim Mähen des hohen Grases an einem Fussweg die zehn Goldbarren fanden, die in einem Plastiksack im hohen Gras lagen, eingepackt in weisses Seidenpapier mit vielen Klebestreifen drum herum.

Bis heute bleibt mysteriös, wie die Goldbarren an den Fundort gekommen sind und woher sie stammen. Zwar fanden die Ermittler einen Fingerabdruck und konnten ihn einem Bosnier zuweisen. Doch dieser kann das Gold nicht in Klingnau abgelegt haben. Er wurde 24. Juni 2012 verhaftet, vier Tage vor dem Fund. Und im Plastiksack beim Fund lag ein Twix-Route-Ausdruck, auf dem der Weg vom Klingnauer Polizeiposten zum Fundort mit Leuchtstift eingezeichnet war. Auch das Ausdruckdatum stand auf dem Papier: 26. Juni 2012. 

Hier in Klingnau fanden zwei Gemeindemitarbeiter 2,6 Kilogramm Goldbarren

Hier in Klingnau fanden zwei Gemeindemitarbeiter 2,6 Kilogramm Goldbarren

Die beiden Männer fanden die 10 Goldbarren am 28. Juni 2012 beim Mähen. Fünf Jahre später ist nach wie vor mysteriös, wie die zehn Goldbarren, die 2,6 Kilogramm schwer und zirka 100'000 Franken wert sind, dorthin kamen.

Der Klingnauer Goldfund von 1905

Der Klingnauer Goldfund von 1905

Im Wald zeugt ein Gedenkstein von einem Sensationsfund vor über 100 Jahren: Am 3. Februar 1905 stiessen Klingnauer Holzhauer auf eine Kiste mit 829 Goldmünzen.