Laufsport

Gippinger Stauseelauf: Ahmed El Jaddars glückt Revanche, Nicole Egger feiert Premiere

Ahmed El Jaddar und Nicole Egger heissen die Tagessieger des 40. Stauseelaufs in Gippingen. Zu feiern hatten die beiden bestausgewiesenen Spezialisten nach den 7,53 km indes mehr: El Jaddar eine geglückte Revanche, Egger eine Premiere.

Es war eine eindrückliche Vorstellung des 32-jährigen Marokkaners vom TV Riehen. Ab dem ersten Meter übernahm er das Diktat. Und dieses war derart resolut, dass nach wenigen Metern nur noch der dritte Podestrang zur Diskussion stand, und bereits nach einem halben Kilometer die Entscheidung um den Tagessieg vorgezeichnet war. Achmed El Jaddar drückte aufs Tempo, und Vorjahressieger Mekonen Tefera, der Äthiopier aus Herrenschwanden bei Bern erkannte: „2017 wird sich heute nicht wiederholen.“

Seine Topverfassung wollte El Jaddar mit mehr als dem Tagessieg und der Revanche für letztes Jahr krönen. "Die Aussicht auf eine Topzeit spornte mich an", sagte er. Das ideale Laufwetter, Nieselregen, nicht allzu kalt, kein Schnee und kein Wind wollte er nutzen. Das zahlreiche Publikum entlang des Ufersträsschens unterstützte ihn. Und so stellte er mit 22:15 Minuten auch eine starke Zeit auf.

Egger und die Zeitvorgabe

Länger  gefordert sah sich die schnellste Frau, Nicole Egger. Die aktuelle Schweizer Meisterin im Cross spürte in ihrem Rücken Petra Kurikova, die tschechische Spitzentriathletin mit Wohnsitz und Trainingsstützpunkt im Zürcher Unterland. "Ich fühlte mich nicht ganz am Limit und nutzte die Gelegenheit nach etwas mehr als der Streckenhälfte, um Petra zu distanzieren", sagte Egger.

Alles paletti war damit für die 33-jährige Langenthalerin aber noch nicht. Vielmehr begann das Rechnen. Im Hinterkopf hatte sie die starken 26:37 Minuten, welche ihre Trainingskollegin Sibylle Häring im früher angesetzten U20-Rennen gelaufen war: "Diese Zeit verlangt von mir eine Steigerung zum letzten Jahr", wusste die damalige Dritte. 12 Sekunden blieb sie schliesslich unter der Härings-Marke. "Ein Jahresschluss, der happy stimmt", bilanzierte Egger. 

Glück im Regen

Glücklich äusserte sich nach ihrem Rennen auch die erst 18-jährige Sibylle Häring: "Mein Laufgefühl passte und die Zeit ist auch nicht schlecht."18-Jährige aus Arisdorf (BL).  Im Gegensatz zu Egger verfügte das Talent aus Arisdorf (BL)  über keine ebenbürtige Konkurrentin. Aber sie hatte den Vorteil, dass sie sich an den gleichzeitig gestarteten Junioren orientieren konnte. "Das spornte an, und ich war erst auf den letzten anderthalb Kilometern auf mich alleine gestellt." Zweifellos spannend wäre es geworden, wären die beiden schnellsten Frauen mit 15 Jahren Altersunterschied aufeinander getroffen.

Zufrieden zeigte sich auch die W20-Siegerin, die Lehmann als Einzige lange einen Direktvergleich hatte bieten können: Petra Kurikova. Und obwohl die 27-Jährige flache Strecken verabscheut – der Stauseelauf ist topfeben – fand sie Grund zur Stimulation: "Das Wetter war für mich mehr als Entschädigung." Strahlend sah sie gegen oben und liess die Regentropfen in ihr Gesicht fallen.

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