Auch zwei Tage nach dem schweren Unfall mit einem Toten und drei mittelsschwer Verletzten ist die Betroffenheit der Organisatoren der Gippinger Radsporttage immer noch gross. Die vier Teilnehmer des Volksradrennens Aare Rhein Classics stürzten auf der Abfahrt vom Loorholz nach Böttstein auf der geraden Strecke kurz vor der Dorfeinfahrt.

Wie es zum folgenschweren Unfall kam, wird von der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach untersucht. Nähere Angaben konnte Mediensprecherin Elisabeth Strebel nicht machen. Nicht korrekt sind nach Auskunft von OK-Präsident René Huber Zeitungsmeldungen, in denen berichtet wird, der tödlich verunglückte, 36 Jahre alte Fahrer sei in einen Baum am Strassenrand geprallt.

Blumen am Unfallort

Nachdem die Veranstalter der Gippinger Radsporttage am Sonntag in einer emotionalen Sitzung beschlossen hatten, den Rennbetrieb aus Pietätsgründen einzustellen, hatte OK-Präsident René Huber am Montag die schwere Aufgabe, sich mit den Angehörigen des verstorbenen Rennfahrers aus dem Kanton Zürich in Verbindung zu setzen. Am Unglücksort legten die Organisatoren eine Blumenschale nieder, versehen mit den Worten «Wir sind zutiefst betroffen und traurig».

Ein kleiner Trost in der bittersten Stunde der Gippinger Radsporttage ist die Erkenntnis, dass bei der Streckensicherung und bei der Rettung nach ersten Erkenntnissen keine Fehler gemacht wurden. «Die Strasse hinunter nach Böttstein ist im unteren Teil – da, wo der Unfall geschah – breit und gerade», sagt Huber. Wichtig ist dem OK-Präsidenten die Feststellung, dass für sämtliche Rennen bezüglich Streckensicherung und Rettungsdispositiv der Massstab des Profirennens gilt.

Beim Rennen am Samstagnachmittag waren gleich viele Streckenposten im Einsatz wie am Donnerstag bei den Profis. Auch die Zahl der Sicherheits-Motorräder entsprach derjenigen des Profirennens. Ausserdem sei die Strecke am Donnerstag vom Sicherheitskommissar der UCI (Union Cycliste Internationale) ohne die kleinste Beanstandung abgenommen worden, sagt Huber.

«Wir haben betreffend Sicherheit gemacht, was möglich war.» Der OK-Präsident weiss aber auch, dass es im Radsport eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt – nicht geben kann: «Wo bergauf gefahren wird, wird auch bergab gefahren. «Und bei diesen hohen Tempi kann nie ausgeschlossen werden, dass Fahrer stürzen.» Konsequenzen auf die Austragung der Gippinger Radsporttage 2015 hat das tragische Geschehen voraussichtlich nicht.

Es war der erste Unfall in der Geschichte der Gippinger Radsporttage mit tödlichen Folgen. 50-mal blieben sie vor dem schlimmsten aller Fälle verschont, diesmal wollte es das Schicksal anders: «Die Sicherheit ist vor jeder Veranstaltung Thema Nummer eins», sagt René Huber. «Für alle Beteiligten steht an erster Stelle, das Rennen unfallfrei über die Bühne zu bringen. Dass es zu diesem schweren Unfall kam, trifft uns schwer.»

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