Die Redaktionen von «Schweizer Illustrierter», «L’illustré» und «il caffè» suchen das schönste Dorf der Schweiz. Aus Vorschlägen der Leserinnen und Leser haben die Redaktion und die Musiker Trauffer, Sebalter, Bibi Vaplan sowie Freestyle-Skistar Fanny Smith aus allen vier Landesteilen 50 Dörfer ausgewählt. Darunter befindet sich – als einzige Gemeinde aus dem Aargau – das Städtchen Kaiserstuhl.

Als «mittelalterlich verträumt» wird der unter Denkmalschutz stehende Ort im Porträt angepriesen. Kaiserstuhl sei kaum über seine mittelalterlichen Stadtgrenzen hinausgewachsen und habe sich damit seinen historischen Charme bewahrt. Als Highlight wird der im 13. Jahrhundert erbaute Obere Turm erwähnt, der mit einer Höhe von 36 Metern das ganze Städtchen überragt.

Gepflegtes Fachwerkhaus am Ortsrand.

Gepflegtes Fachwerkhaus am Ortsrand.

Stadtammann Ruedi Weiss erfuhr von der Wettbewerbs-Teilnahme erst, als er die Illustrierte in Händen hielt. «Für mich ist das die Bestätigung, dass Kaiserstuhl etwas Spezielles ist», sagt der Ammann der flächenmässig kleinsten Gemeinde der Schweiz mit 437 Einwohnern. «Die Behörden und auch die Bewohner mit ihren schmucken Häuschen und gepflegten Vorgärten tragen Sorge zum Ortsbild.»

Als Highlights nennt Weiss ebenfalls den Oberen Turm, aber auch das Amtshaus, das Marschallhaus oder das Haus zur Linde. Jedes Gebäude habe seine eigene Geschichte, kein Haus sei gleich wie das andere. Der optische Charme und die Lage am Rhein machen Kaiserstuhl zu einer Perle.

Efeu-überwachsene Fassade an der Hauptgasse, die zum Rhein herunterführt.

Efeu-überwachsene Fassade an der Hauptgasse, die zum Rhein herunterführt.

Für Touristen empfiehlt Weiss: «Man muss den Ort auf sich wirken lassen, durch die Gassen schlendern. Das ist nicht in einer halben Stunde getan.» Der Ammann geht davon aus, dass mit der Wettbewerbs-Teilnahme auch das Interesse an den Stadtführungen steige. «Bereits das Kaiserstuhl-Porträt in der Sendung ‹SRF bi de Lüt› Ende Mai sorgte für einen spürbaren Anstieg», sagt Weiss.

Aus dem Kanton Zürich sind die Gemeinden Rheinau und Trüllikon im Wettbewerb vertreten. Noch bis zum 19. Juni wählen die Leserinnen und Leser aus den 50 Dörfern die zwölf Finalisten. Am 10. Juli folgt das zweite Voting mit der Wahl des Siegerdorfs 2019.

Eines der vielen Kulturgüter: Der achteckige Brunnen auf dem Widderplatz.

Eines der vielen Kulturgüter: Der achteckige Brunnen auf dem Widderplatz.