Rekingen

Gemeinderat stänkert auf Facebook gegen Pferdeäpfel – und erntet einen Shitstorm

Zu diesem Bild schrieb der Gemeinderat Rekingen: «Werte Pferdebesitzer die den Kot einfach liegen lassen! Das muss nun wirklich nicht sein. Das gleiche gilt für Hundebesitzer!»

Zu diesem Bild schrieb der Gemeinderat Rekingen: «Werte Pferdebesitzer die den Kot einfach liegen lassen! Das muss nun wirklich nicht sein. Das gleiche gilt für Hundebesitzer!»

Am Sonntag postet der Gemeinderat Rekingen ein Foto auf Facebook, auf dem eine Strasse und ein paar Pferdeäpfel zu sehen sind. Über zwei Dutzend Kommentare gehen ein – die Leute regen sich allerdings nicht über den Pferdemist auf, sondern über den Gemeinderat.

«Werte Pferdebesitzer die den Kot einfach liegen lassen! Das muss nun wirklich nicht sein. Das gleiche gilt für Hundebesitzer!», schreibt der Gemeinderat Rekingen zu einem Foto und hofft wohl, dem Verursacher damit eine Lehre zu erteilen. 

Ein Ziel hat die Behörde erreicht: Der Post wurde von der betreffenden Person gelesen. Die Reiterin, Eva, bekennt sich zu der "Tat". Für das Vorgehen der Behörden hat sie aber kein Verständnis: «Es ist eine bodenlose Frechheit, dass sich der Gemeinderat auf so ein Niveau niederlässt und so etwas öffentlich postet. Er lässt einem nicht mal 1 Stunde und 15 Minuten Zeit den Dreck wegzunehmen. Denn genau so lange hat mein Ausritt gedauert um zu Hause danach mein Schüffeli und Besseli zu greifen und um mit meinem Auto dorthin zu fahren. Es wäre nur anständig wenn man einem ein wenig Zeit lassen würde - zuerst mal schauen, dann reagieren.»

Auch andere Kommentatoren sind verwundert bis empört. Der Pferdemist werde mit dem nächsten Regen weggespült und könne zudem als Dünger verwendet werden, so die häufigsten Meinungen. Viele finden, ein paar Pferdeäpfel auf der Strasse seinen kein Grund für ein solches Vorgehen. «Schön habt ihr keine anderen Probleme..!», schreibt Sandra. 

Tiziana schlägt in dieselbe Kerbe und postet ein Foto, auf dem eine kaputte Kloschüssel am Waldrand zu sehen ist, dazu schreibt sie: «Und ihr stört euch ab Pferdemist, der bei einmal regnen verschwindet.»

Und Caroline schreibt: «Das Theater wegen Pferdeäpfeln versteh ich nicht und das noch auf dem Land 🙈🙈🙈 voll denaturalisiert!!!»

Andere spielen mit einer gewissen Ironie auf den Wochentag an: «Schon interessant, dass die Gemeinde sogar sonntags arbeitet!? Richtig ungewöhnlich... », findet Sarah.

«In welcher Welt leben sie eigentlich?»

Der Gemeinderat Rekingen rechtfertigt sich, nachdem die Diskussion wohl in eine andere Richtung läuft, als er erwartet hat: «Wir möchten hier noch einmal festhalten, dass weder jemand persönlich angesprochen noch beleidigt wurde. Es ist lediglich ein Hinweis, da der Verursacher auch aus einem Nachbarort hätte kommen können. Ebenfalls möchten wir darauf hinweisen dass es nach Polizeireglement Zurzibiet als Littering gilt, egal wie lange etwas auf öffentlichem Grund liegt und mit einer Ordnungsbusse bestraft werden könnte. Dies gilt wie gesagt auch für Hundekot.»

Aber auch diese Präzisierung des Gemeinderats scheint nicht viel zu nützen. So antwortet Pirmin darauf: «Pferdemist ist nichts anderes als Heu und Gras. Littering??? In welcher Welt leben Sie eigentlich?» Bernarda schliesst sich an, es sei daneben, Pferde- und Hundekot miteinander zu vergleichen. «Stehen dort wenigstens Besen & Schaufel sowie ein Behälter, wo es den Pferdemist zu entsorgen gilt?!» 

Schliesslich reagiert der Gemeinderat erneut – man habe mit der Verursacherin eine Lösung gefunden. Die Reiter sollen künftig absteigen und die Haufen zur Seite schieben, damit diese nicht plattgefahren würden.

Eine andere Lösung für das Problem hält Userin Eveline bereit: «Wie wärs mit einem Reitweg-Netz? Dann müssten Reiter und Pferd nicht mehr auf die Strasse.» Vielleicht lanciert der Gemeinderat Rekingen ja eine Diskussion dazu auf Facebook – die Reaktionen dürften nicht ausbleiben.

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