Tegerfelden

Gemeinderat: Der dritte Rücktritt innerhalb eines Jahres

Gemeinderat Marius Erdin (parteilos) hat per 29. November seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Gemeinderat Marius Erdin (parteilos) hat per 29. November seinen Rücktritt bekanntgegeben.

Fast der ganze Tegerfelder Gemeinderat wurde in nur einer Amtsperiode ausgetauscht: Nun demissioniert auch Marius Erdin.

In Tegerfelden kommt es zur dritten Ersatzwahl innerhalb eines Jahres: Gemeinderat Marius Erdin (parteilos) hat per 29. November seinen Rücktritt bekanntgegeben. Der 62-Jährige sitzt seit Anfang 2006 im Gemeinderat und ist für die Ressorts Ortsbürger, Forstwirtschaft, Jagd, Technische Betriebe, Umwelt, Entsorgung, Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung und Verkehr verantwortlich.

Marius Erdin begründet seinen vorzeitigen Rücktritt «im Sinne der Kontinuität», schreibt die Gemeinde. Es sei ihm wichtig, mit seiner Demission im Hinblick auf die anstehenden Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2021 einen gestaffelten und möglichst reibungslosen Übergang im Gemeinderat zu gewährleisten.

Denn per Ende 2021 gibt mit Vizeammann Pascal Zöbel (SVP) das vierte Exekutivmitglied das Amt innerhalb derselben Legislaturperiode ab. Er tritt nicht mehr zu den Erneuerungswahlen an. Im Oktober 2019 demissionierte Ammann Lukas Baumgartner, im Februar folgte Gemeinderat Riccardo Schena. Beide gaben berufliche Gründe an.

Karin Wiedemeier schliesst Kandidatur nicht aus

Dass Marius Erdin in dieser Amtsperiode ebenfalls zurücktreten wird, ist schon seit mehreren Monaten bekannt. «Nach 14 Jahren im Gemeinderat ist es Zeit», sagt der Bauunternehmer. «Es braucht frischen Wind.» Er hätte sein Amt gerne schon etwas früher abgegeben. Wegen der Demission von Gemeinderat Schena und der Coronapandemie sei dies aber erst im November möglich.

Zu Beginn der nächsten Legislaturperiode Anfang 2022 wird somit nur die im Mai 2017 gewählte Karin Wiedemeier auf eine ganze Amtsperiode in der Exekutive zurückblicken können. Denn Ammann Reto Merkli, der bereits von 1988 bis 1998 die Geschicke der Gemeinde führte, und Gemeinderätin Isabelle Schmid sitzen erst seit diesem Februar im Gemeinderat.

Schmid konnte sich gegen ihre Konkurrentin, die parteilose Claudine Faes, im Kampf um den Sitz von Schena durchsetzen. Für die Ersatzwahl für den frei werdenden Sitz am 29. Februar wolle sie nicht mehr antreten, sagt Faes auf Anfrage. Ob Karin Wiedemeier nochmals antritt, steht noch nicht fest. Auf Anfrage sagt sie, dass ihr die Arbeit für die Gemeinde gefalle, weshalb sie nicht abgeneigt sei.

Marius Erdin ist zuversichtlich, dass sich geeignete Kandidaten zur Wahl aufstellen werden. Zwar stelle sich immer die Frage, wie lange gewählte Exekutivmitglieder im Amt bleiben würden und ob sich ihre neue Aufgabe mit dem Beruf vereinbaren lasse. Aber, dass innerhalb zweier Jahre fast der ganze Gemeinderat ersetzt wird, sieht er vor allem als Chance.

«So werden neue Ideen eingebracht und neue Diskussionen lanciert.» Und neue Gemeinderäte oder Gemeinderätinnen würden selten ganz ohne Erfahrung das Amt antreten. «Meist haben sie sich schon vorher mit der Gemeinde auseinandergesetzt und eingebracht.»

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