Geplatzte Fusion

Gemeindeammann von Klingnau: «Für uns geht die Welt nicht unter»

Die Fusion der Gemeinden Döttingen (im Vordergrund) und Klingnau ist gescheitert.

Die Fusion der Gemeinden Döttingen (im Vordergrund) und Klingnau ist gescheitert.

Die Fusion von Döttingen und Klingnau ist gescheitert. Während die Klingnauer dem Zusammenschluss zustimmten, lehnten ihn die Döttinger deutlich ab. Der Klingnauer Gemeindeammann, meint, dass nicht nur finanzielle Überlegungen die Fusionspläne zunichtegemacht haben.

Herr Bühlmann, sind Sie enttäuscht von den Döttingern?

Peter Bühlmann, Klingnauer Gemeindeammann: Nein, ich bin nicht von den Döttingern enttäuscht; ich bin enttäuscht oder vielmehr sehr betroffen und überrascht von der Deutlichkeit des Resultats.

Was haben Sie erwartet?

Ich habe mit einem knappen Ausgang gerechnet und habe gehofft – nicht erwartet –, dass er positiv sein würde. Zumal im Vorfeld praktisch keine öffentliche Auseinandersetzung stattfand, es gab kaum Leserbriefe, das Thema wurde gewissermassen lauwarm behandelt, so heftiger Widerstand war nicht auszumachen.

Haben die Döttinger aus finanziellen Gründen abgelehnt?

Natürlich spielen die Finanzen und der höhere Steuerfuss eine Rolle. Aber es geht nicht nur ums Geld. Ich glaube, die Döttinger sind viel tiefer verwurzelt und identifizieren sich viel stärker mit ihrer Gemeinde als die Klingnauer. Die Klingnauer sind – und das meine ich nicht überheblich – offener und vielleicht auch weitsichtiger.

Haben die beiden Gemeinderäte etwas falsch gemacht?

Das frage ich mich natürlich auch und ich bin noch daran, die Situation zu analysieren. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns wirklich grosse Mühe gegeben haben, und ich suche nach dem blinden Fleck. Aber vielleicht ist es auch viel einfacher – ein solcher Schritt bedingt einen längeren Reifungsprozess –, das haben wir Gemeinderäte ja auch an uns selbst festgestellt; die Döttinger Bevölkerung war einfach noch nicht so weit.

Stürzt Klingnau ohne Döttingen nun ins Elend?

Für uns geht die Welt nicht unter. Wir haben nicht aus der Not heraus auf eine Fusion hingearbeitet und sahen uns nicht als Bittsteller. Unsere Gemeinde ist gesund und gut aufgestellt.

Wie geht es weiter?

Ich weiss, dass sich in Döttingen einige Leute Gedanken darüber machen, ob sie das Referendum ergreifen wollen. Wäre das Resultat an der Gemeindeversammlung knapp ausgefallen, wäre es sinnvoll, an der Urne über die Fusion abstimmen zu lassen. Aber unter diesen Vorzeichen könnte eine Referendumsabstimmung eher als «Trötzeln» ausgelegt werden. Ich denke, wir müssen jetzt viel Wasser die Aare hinunterfliessen lassen.

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