Bad Zurzach

Geheimnis gelüftet: Ex Gemeindeammann Reto S. Fuchs ist Schlossherr der «Villa Himmelrych»

Lange war das Schloss in Bad Zurzach eine Geistervilla. Das wollen die neuen Besitzer bald ändern.

Lange war das Schloss in Bad Zurzach eine Geistervilla. Das wollen die neuen Besitzer bald ändern.

Lange war das Schloss in Bad Zurzach eine Geistervilla. Das wollen die neuen Besitzer bald ändern. Die Birchmeier-Gruppe kaufte im Herbst die Bad Zurzacher Villa Himmelrych − Reto S. Fuchs ist am 1. Mai Mitinhaber.

Nach jahrelangem Stillstand hat das sogenannte Schloss Bad Zurzach seit vergangenem Oktober eine neue Besitzerin: Die Park Himmelrych AG, ein Tochterunternehmen der Döttinger Birchmeier Holding AG, kaufte die Villa Himmelrych. Jetzt wird bekannt: Zu den Mitbesitzern gehören ab 1. Mai auch Karin und Reto S. Fuchs. Die beiden würden ab 1. Mai die Hauptverantwortung für die Entwicklung übernehmen, heisst es in einer Mitteilung.

«Das Schloss und der dazugehörige Park sind sehr wichtig für Bad Zurzach und die Region», sagt Reto S. Fuchs auf Anfrage. Er legt Wert darauf, dass der Kauf gemeinsam mit seiner Frau als Privatperson erfolgte. «Wir lieben Bad Zurzach, sind seit 32 Jahren in Rekingen und Bad Zurzach wohnhaft und wollen mit unserem Einsatz helfen, das wunderbare Schlossareal wieder mit Leben zu erfüllen», sagt Fuchs. Lange Mitbesitzer bleiben möchten er und seine Frau aber nicht. Das Ziel sei, die Villa, den Park, die beiden Wohnliegenschaften an der Barzstrasse 10 und der Hauptstrasse 68 sowie das Bauland so auszurichten, dass das ganze Areal zu einem Leuchtturm in Bad Zurzach und dem ganzen Zurzibiet werde.

In welcher Form das geschehen soll, dazu würden nun Ideen ausgearbeitet, vorzugsweise mit einem künftigen strategischen Partner oder im besten Fall künftigen Eigentümer, sagt Reto S. Fuchs. Gemäss Mitteilung soll dieser einen Teil oder das ganze Entwicklungsprojekt übernehmen. «Voraussetzung ist, dass die Entwicklung eng mit der Gemeinde abgestimmt wird und im Sinne der übergeordneten Gesamtkonzeption von Bad Zurzach steht.»

Sommerterrasse mit Blick auf Rhein denkbar

Als erster Schritt soll das Flanieren im Schlosspark wieder ermöglicht werden, im besten Fall noch diesen Sommer. «Wir sind mit allen Kräften darum bemüht», sagt Fuchs. «Läuft alles gut, ist auch eine Sommerterrasse mit Blick auf den Rhein nicht ausgeschlossen, mit eingeschränkter Bewirtung und Öffnungszeiten.» Auch das Erdgeschoss des Schlosses, wo sich früher ein Museum befand, könnte bald in ferner Zukunft offen sein. «Denkbar wäre etwas Kulturelles.» Was in den beiden oberen Geschossen passiert, ist noch unklar. Es könne noch etwas dauern, bis eine klare Ausrichtung für das fantastische, aber auch umfassende und komplexe Schlossprojekt erarbeitet sei. Obwohl es nicht einfach sein werde, das ganze Areal in ein allgemein verträgliches und gleichzeitig wirtschaftliches Konzept einzubinden, seien sie zuversichtlich, auf dem Grundstück einen Mehrwert für die ganze Region zu schaffen, schreiben die neuen Eigentümer des ganzen Schlossareals in einer gemeinsamen Mitteilung.

Das Schloss Bad Zurzach wurde als Villa Himmelrych Anfang des 20. Jahrhunderts vom Industriellen Jakob Zuberbühler errichtet. Von 1978 bis 2010 stellte die Antonie-Deusser-Stiftung Bilder des deutschen Künstlers August Deusser im Schloss aus. Unter der Führung des damaligen Präsidenten Hugo Ammann wurden das Schloss und das Museum über die Region hinaus bekannt. Nach jahrelangem Rechtsstreit zwischen Mitgliedern der Stiftung musste er aber 2009 das Feld und das Schloss räumen – seitdem sind das Gebäude und der Park nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich und das Museum samt Café geschlossen. Aus dem Prachtsbau wurde eine Geistervilla. Seit 2012 versuchte die Stiftung, das Schloss zu verkaufen, zuletzt für 15 Millionen Franken. Mit dem Kauf fände eine für lange Zeit unbefriedigende Situationen ein Ende, schreibt die Park Hymmelrich AG.

Bilder vom Schloss:

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