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Gegen Littering: Das Surbtal stellt seinen Müll zur Schau

Bauamtsleiter Ivo Mosimann füllt den Abfall in den Korb.

Bauamtsleiter Ivo Mosimann füllt den Abfall in den Korb.

Im Kampf gegen Abfallsünder setzen Surbtaler Gemeinden auf Zusammenarbeit: Riesige Abfallkübel stehen in Endingen, Lengnau und Tegerfelden als Teil einer «Anti-Littering-Kampagne».

Es gibt schönen und hässlichen Kreiselschmuck – und sinnvollen: In Lengnau steht mitten im Rund ein grosser Korb mit der Aufschrift «Strassenmüll» und einer Skala. Seit Anfang Monat füllt das Bauamt dort Müll ein.

Nicht denjenigen aus den zahlreichen Abfallkübeln, sondern alles, was im Dorf, auf Feldwegen oder Wiesen herumliegt: Vom Kontoauszug über die Bio-Milch-Tüte bis hin zu einer ganzen Kokosnuss ist alles dabei, auch viele Dosen und Flaschen.

Noch fehlt der Abfall, der entlang der Kantonsstrasse weggeworfen wird: Er wird vom kantonalen Werkdienst aufgesammelt und erst Ende Monat in den grossen Kübel geleert. Schon jetzt wird aber jedem, der hier vorbeikommt, das Konsum- und Wegwerfverhalten der Lengnauer deutlich vor Augen geführt.

Die riesigen Abfallkübel stehen auch in Endingen und Tegerfelden. Sie sind Teil einer «Anti-Littering-Kampagne» der Surbtalgemeinden, die seit rund einem Jahr läuft. Verantwortlich ist die «Entsorgungsgruppe Surbtal». Sie führt immer wieder erfolgreich Aktionen wie Dorfputzeten durch und organisiert Präventionsarbeit im Schulunterricht.

«Die Lehrer und Kinder machen erfreulich gut mit», sagt Gemeinderätin Susanne Holthuizen. Man spreche sich bei den Aktionen jeweils mit den Landwirten im Dorf ab. Diese haben ebenfalls ein Interesse daran, dass weniger Abfall achtlos weggeworfen wird (siehe Box).

Ralph Bucher, Präsident des Aargauer Bauernverbands: «Leider reicht es nicht, dass wir Bauern Infotafeln neben die Felder stellen, um die Passanten aufzuklären. Es braucht das Engagement der einzelnen Gemeinden – weil sich die Leute da mit ihrem eigenen Abfall konfrontiert sehen.»

Die Surbtalgemeinden setzen pro Jahr und Einwohner einen Franken für die «Entsorgungsgruppe» ein. Man sehe bereits erste Erfolge, sagt Susanne Holthuizen. «Es wäre schön, wenn sich noch weitere Gemeinden anschliessen würden», betont die Gemeinderätin.

«Sie dürfen gerne auch unser ‹Saubi›-Logo verwenden – man muss das Rad ja nicht neu erfinden.» Auch der Kanton unterstütze aktiv die Vernetzung der Gemeinden untereinander, sagt Ursina El Sammra von der kantonalen Sektion Abfall und Altlasten. So können Gemeinden voneinander lernen, wie man Littering wirksam bekämpft.

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