Mehrere Lenker sind in den vergangenen Tagen auf der Strecke Würenlingen-Steinenbühl in Gefahr geraten. Einige konnten nur mit fremder Hilfe aus ihrer misslichen Situation befreit werden. Grund: Die Gemeinde Würenlingen weigert sich bis dato, auf der asphaltierten Steinenbühlstrasse Winterdienst zu leisten. Die kleinen Tafeln mit der Aufschrift «Kein Winterdienst» weisen allerdings darauf hin.

«Das sind doch keine Zustände»

Der Steinenbühler Landwirt Albin Portmann, der mit dem Traktor jeweils Abschleppdienste leistet, sagt: «Das sind doch keine Zustände!» Jeden Winter trete diese Situation mindestens einmal ein. «Wenn man die Strasse nicht räumen will, so sollte man sie zumindest sperren, wenn es gefährlich wird», lautet seine Meinung. Auch für den Untersiggenthaler Förster Dani Hitz würde eine gesicherte Zufahrt von Würenlingen her Sinn machen.

Deutliche Worte findet der Würenlinger Transportunternehmer Hans Bächli, der im Wald Holztransporte ausführt. «Ist denn unsere Gemeinde so arm, dass sie sich diesen Winterdienst nicht leisten kann?», fragt es sich. Diese Strecke im Winter offen zu halten, läge im Interesse vieler Leute. Dazu gehören nebst den Ausflüglern die Pferdefreunde, die zum Reitstall fahren. «Wir dürfen auch die Gäste des Restaurants Steinebühl nicht vergessen», so Bächli. Es gebe doch zahlreiche Würenlinger, die gerne zum Restaurant hochfahren und nun den Umweg über Untersiggenthal machen müssen.

Immer wieder passieren Unfälle

Bei den am Wochenende betroffenen Lenkern war der Ärger gross. Sie fuhren auf schwarz geräumter Strasse bis zum Abzweiger Richtung Würenlinger Waldhütte, dann – ohne Böses zu ahnen – weiter, eh sie sich einem Eiskanal gegenübersahen.

Weit gefährlicher ist es vom Steinenbühl her abwärts. Bis zur Gemeindegrenze am Waldeingang wird die Strasse vom Forstdienst Untersiggenthal geräumt. 100 Meter weiter wird sie zur Schnee- und Eisbahn. Wer vor dem steilen Abhang nicht wendet, muss bestens wintertauglich sein, wenn er unten heil ankommen will.

«Es gab in der Vergangenheit einige Unfälle», weiss Landwirt Portmann. Vor einem Jahr war eine Frau mit ihrem Auto verunfallt. Polizeiauto und Krankenwagen kamen zwar bis zur Unfallstelle. Vor der Rückfahrt musste man aber zuerst den Werkdienst zum Salzen aufbieten.

Würenlingen prüft die Situation»

«Die Zufahrten von unserer Seite aus werden stets instand gehalten», sagt Untersiggenthals Gemeindeammann Marlène Koller. Es würde nun Sinn machen und läge im Interesse der Allgemeinheit, wenn dies auch auf der anderen Seite so wäre, was Sache Würenlingen sei. Dort geht der Gemeinderat nun über die Bücher.

«Das Problem ist mir aktuell geschildert worden. Es ist erkannt. Wir werden die Angelegenheit im Gemeinderat umgehend prüfen», sagt der Würenlinger Gemeindeammann André Zoppi. Wie die Lösung aussehen werde, sei aber offen. «Bis zur Waldhütte wird gepfadet. Wenn die Autofahrer trotz Warnung ‹Kein Winterdienst› weiterfahren, müsste man die Signalisation überprüfen», so Zoppi. «Wir werden aber im Gemeinderat die Situation grundsätzlich diskutieren», versprach der Ammann.