Das Zurzibieter Fusionsprojekt Rheintal+ nimmt seh- und hörbare Formen an. Die Bevölkerung der zehn Gemeinden, die einen Zusammenschluss entlang des Rheins prüfen, kann seit dieser Woche an einer Umfrage teilnehmen. Dabei geht es um den neuen Ortsnamen und das neue Wappen. Zur Wahl stehen Kaiserrieth, Hochrhy, Zurzach als Namen sowie sechs Wappen.

Wichtig ist: Bei einer allfälligen Fusion würden die heutigen Wappen und Ortsnamen der Projektgemeinden samt Postleitzahlen und Strassenbezeichnungen erhalten bleiben. Der neue Namen und das neue Wappen würden gewissermassen eine übergeordnete Klammer bilden. So würde beispielsweise auf den Ortstafeln der bestehende Dorfnamen stehen bleiben, darunter würde der neuen Namen in Klammern aufgeführt. Also zum Beispiel: Rümikon (Kaiserrieth).

Online oder per Talon abstimmen

Die Bevölkerung kann online auf www.rheintalplus.ch abstimmen. Pro Computer sind vier Stimmabgaben möglich. Wer nicht online seine Meinung kundgeben kann oder will, erhält auf den Gemeindekanzleien einen Umfragetalon. Die Teilnahme ist bis zum 15. August möglich. Die Resultate werden Anfang September präsentiert.

«Das Umfrageergebnis wird als Entscheidungshilfe in die Projektleitung einfliessen», heisst es auf der entsprechenden Website. Adrian Thoma, Leiter der Arbeitsgruppe «Kultur, Name, Wappen», sagt: «Falls das Votum der Bevölkerung eindeutig ausfällt, werden wir uns sicher nicht querstellen. Sonst bräuchten wir die Leute ja gar nicht erst zu fragen.»

Falls aber das Resultat knapp ausfällt, werden wohl die Arbeitsgruppe und die Projektleitung das letzte Wort haben. «Ich bin sehr gespannt, welche Resultate die Umfrage bringt, und hoffe, dass möglicht viele Leute teilnehmen», sagt Thoma. An den ersten beiden Tagen waren es rund 60 Personen. «Zwischenresultate werden wir aber keine bekannt geben», sagt der Ammann Böbikons, «denn damit würden wir wohl das Endresultat beeinflussen.» Thoma selbst will nach den Sommerferien einen Blick auf das Zwischenergebnis werfen.

Namen geprüft und genehmigt

Die Arbeitsgruppe «Kultur, Name, Wappen» hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Ausgestaltung des möglichen Namens und Wappens der fusionierten Gemeinde auseinandergesetzt. Rund 20 Namen waren in Rennen. Die drei Vorschläge wurden durch das Bundesamt für Landestopografie bereits geprüft und entsprechend genehmigt. Kaiserrieth ist eine Kombination der Namen der beiden äussersten beteiligten Gemeinden (Kaiserstuhl und Rietheim).

Der Mundartausdruck Hochrhy widerspiegelt die geografische Lage am Hochrhein. Und Zurzach geniesst den höchsten Bekanntheitsgrad über die Region hinaus. Ursprünglich war angedacht, bei der Umfrage auch drei Wappen zu präsentieren. Als aber die Echogruppe vorschlug, den Vorschlag 2 (siehe oben) zu splitten (in Vorschlag 4 und 5), entschied man sich für sechs Varianten. Die sechs Wappen wurden zusammen mit Heraldiker Rolf Kälin erarbeitet. In allen sechs Vorschlägen wurden die Kernthemen Rhein und Wasser integriert. Die Farbwahl unterstreicht in erster Linie diese Thematik. Die Farbtonwerte entsprechen zudem den kantonalen Empfehlungen.

Fusionen im Aargau seit 2002: