Die Zeit drängt: Auf das Schuljahr 2022/23 tritt das neue Schulgesetz in Kraft. Die Vorgaben des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) sind klar. Regierungsrat Alex Hürzeler hat seine Haltung zu diesem hoch emotionalen Thema an der Grossratssitzung am Dienstag einmal mehr bekräftigt.

Die Gemeinden haben den Auftrag, eine Lösung zu finden und diese bis 2022 umzusetzen. Die Übergangsfrist läuft in zwei Jahren ab. Bis dann müssen die Weichen gestellt sein. Konkret: Jede Bezirksschule muss mindestens 6 Abteilungen (2 Klassen pro Jahrgang) mit je mindestens 18 Schülern führen. Aktuell stehen im Zurzibiet die Bezirksschulen in Endingen, Leuggern, Bad Zurzach und Klingnau.

Für den Bezirk Zurzach sind die Auswirkungen der Reform bekannt. Anhand der rückläufigen Schülerzahlen dürften künftig noch maximal zwei von derzeit vier Standorten weitergeführt werden.

Dass es daran nichts mehr zu rütteln gibt, unterstrich Bildungsdirektor Hürzeler vorgestern. Er machte im Kantonsparlament deutlich, dass es keinen Spielraum für Sonderwünsche mehr gebe. Hürzeler lehnte einen entsprechenden Vorstoss der SP kategorisch ab.

Mit Blick ins Zurzibiet erwähnte der Vorsteher des Bildungsdepartements, dass zwischen den aktuellen Standorten ein regionaler Weg gefunden werden müsse, damit es am Ende nur noch zwei seien. «Besser wäre für die Zukunft vielleicht sogar nur noch einer.» Hürzeler strich in diesem Zusammenhang die grossen Anstrengungen lobend hervor, die im Zurzibiet derzeit unternommen würden.

Fragezeichen Bad Zurzach

Hürzelers Äusserung ruft bei Exponenten im Bezirk unterschiedliche Reaktionen hervor. An einer Podiumsdiskussion am Dienstag in Bad Zurzach zum Thema «Schulstandorte im Zurzibiet – mit Zukunft!» war von Einigkeit wenig zu hören. Von einer gemeinsamen Stossrichtung sei man weiter entfernt denn je, nachdem sich im Mai neun Gemeinden abgespaltet und für den Alleingang entschieden haben, hiess es (die az berichtete).

Das Oberstufenzentrum in Bad Zurzach.

Das Oberstufenzentrum in Bad Zurzach.

Stefan Müller, der im Auftrag des Planungsverbands Zurzibiet Regio die Verhandlungen damals leitete, bedauert das Ausscheren der Gemeinden aus dem Aaretal. Wird der politische Wille umgesetzt, wird ab dem Schuljahr 2018/19 neu Kleindöttingen die Bezirksschule beheimaten, Klingnau und Leuggern übernehmen im Gegenzug die Sekundar- und Realschule. Um dieses Vorhaben umzusetzen, haben sich die drei Oberstufen-Schulkreise im unteren Aaretal und Kirchspiel zu einem Verband zusammengeschlossen.

Weniger pessimistisch beurteilt Felix Binder den Ist-Zustand der Oberstufen-Schullandschaft im Bezirk. Der Präsident von Zurzibiet Regio ist erleichtert, dass sich im unteren Aaretal eine tragfähige Lösung ergeben habe.

Die Bezirksschule Surbtal in Endingen.

Die Bezirksschule Surbtal in Endingen.

«Unklar ist die Situation hingegen in Bad Zurzach.» Binder spricht die Bez im Bezirkshauptort an, die zu jenen Schulen im Kanton zählt, deren Zukunft als kritisch eingestuft wird. Man werde sich mit allen zur Verfügung stehenden politischen Mitteln einsetzen, damit, gemäss der Vision Zurzibiet, pro Talschaft (Surbtal, Aaretal, Rheintal) eine Bezirksschule erhalten bleibt.

Für nicht umsetzbar hält Felix Binder die vorgeschlagene Ein-Standort-Variante von Regierungsrat Hürzeler. Sie wäre finanziell kaum verkraftbar. In diesem Punkt sind sich er und Stefan Müller einig. Anders sieht es bei künftigen Schul-Verhandlungen bei Zurzibiet Regio aus. Hier hat Müller nach Unstimmigkeiten sein Mandat niedergelegt.