Unterendingen

Für die Zurzibieter Weinwanderer gibt es einen neuen Treffpunkt

Generalprobe: Barbara Wülser bewirtet im Restaurant Sonnenblick ihre Gäste. pk

Generalprobe: Barbara Wülser bewirtet im Restaurant Sonnenblick ihre Gäste. pk

Das Restaurant Sonnenblick in Unterendingen ist nach einjähriger Schliessung am Mittwoch wiedereröffnet worden. Das dorfprägende Gebäude wurde um 1770 erbaut.

Barbara Wülser, die bisher das Café Fridolin in der Brugger Altstadt führte, hat als Wirtin die Pacht der Dorfwirtschaft übernommen. Ihr Motto heisst «alles frisch und selbst gemacht». Es gibt täglich wechselnde Mittagsmenus, die Speisekarte ist gutbürgerlich, ergänzt mit hausgemachten Kuchen und Wähen. Geöffnet ist der «Sonnenblick» von Mittwoch bis Samstag jeweils 10 bis 24 Uhr und am Sonntag von 10 bis 22 Uhr.

Ehemalige Taverne

Mit dem Sonnenblick öffnet eine der traditionsreichsten Wirtschaften im Surbtal wieder ihre Türen. Das dorfprägende Gebäude ist um 1770 von Johann Jakob Hauenstein vermutlich anstelle einer bereits früher bestehenden Wirtschaft erbaut worden. Die damalige Taverne Zu den drei Sternen diente lange Zeit den Fuhrleuten, die auf der Achse Rheintal/Surbtal/Wehntal zwischen Zürich und Zurzach/Basel verkehrten, als Rast- und Übernachtungsort. Die grossen Pferdstallungen mit zwei mächtigen Bogentoren sind heute noch vis-à-vis der Wirtschaft erhalten. In der Taverne scheint es zu ihren Blütezeiten im 18. und 19. Jahrhundert hoch zu und hergegangen zu sein – wohl nicht zufällig spielt die Lindengiger-Sage um Aufstieg und Fall eines begnadeten Musikanten aus ärmlichen Verhältnissen hauptsächlich an diesem Ort.

Auch die Taverne erlebte ihre Götterdämmerung, als das Wirtschaftsrecht samt Namen ins Siggenthal veräussert werden musste. Der Treffpunkt der Dorfbevölkerung überlebte trotzdem und etablierte sich als «Sonnenblick» von Neuem. Vor 40 Jahren stand das baufällige Gebäude, das diversen Eigentümern gehörte, wieder vor einer ungewissen Zukunft. Dank mehrerer Legate des Zürchers Ernst Hauenstein, einem Nachfahren des Erbauers, konnte die Gemeinde Unterendingen die Liegenschaft übernehmen und von Grund auf sanieren. Sie ist jetzt Bestandteil des gemeindeeigenen Hauensteinfonds.

Heute finden sich weniger die Fuhrleute aus früherer Zeiten in der Wirtschaft ein, dafür bringt der unmittelbar an der Gartenwirtschaft vorbeiführende Zurzibieter Weinwanderweg neue Gäste aus anderen Regionen in des Lindengigers ehemalige Wirkungsstätte.

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