Bezirksgericht Zurzach

Für die Sozialhilfebetrüger gab es sowohl Schuld- als auch Freisprüche

Das Paar hatte jahrelang Sozialhilfe bezogen.

Das Paar hatte jahrelang Sozialhilfe bezogen.

Das kosovarische Ehepaar, das am Montag wegen Betrugs vor dem Bezirksgericht Zurzach stand, wurde nur teilweise schuldig gesprochen.

Elvis (39) und Florida (31), ein aus dem Kosovo stammendes Ehepaar, hatte jahrelang nicht nur Sozialhilfe bezogen, sondern von einer Wohltäterin zugleich Darlehen – insgesamt rund 250000 Franken – bekommen, ohne je etwas zurückzuzahlen. Weil sie das Sozialamt nicht über diese «Nebeneinkünfte» informiert hatten, waren die beiden des Betrugs angeklagt worden. Und weil erkleckliche Summen an Verwandte im Kosovo geflossen waren, hatte sich eine Anklage wegen Geldwäscherei dazugesellt. Am Montag war der Fall vor dem Bezirksgericht Zurzach verhandelt worden.

Am Dienstag gab Einzelrichter Cyrill Kramer das Urteil bekannt. Beide Beklagten wurden vom Vorwurf der Geldwäscherei freigesprochen. «Weil dieser Tatbestand klar nicht erfüllt war», so Kramer. Florida wurde des Betrugs schuldig gesprochen und – gemäss Antrag des Staatsanwaltes – zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten bedingt mit drei Jahren Probezeit verurteilt. Sie hatte sich nicht nur um alles Finanzielle gekümmert, sondern auch Kontakt zu Frau H., der freigiebigen Wohltäterin, gehabt und dieser gegenüber Quittungen unterschrieben.

Der damals spielsüchtige Elvis seinerseits hatte von seiner Frau regelmässig Geld für sein «Hobby» verlangt und bekommen – ohne sich darum zu kümmern, woher es stammte. Solches Tun ist nicht die Art des feinen Mannes, insbesondere nicht von einem arbeitslosen Sozialhilfeempfänger mit (damals) drei Kindern. Strafbar ist das allerdings nicht und so wurde Elvis vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen. Weil er Florida einmal bedroht und beschimpft hatte, kassierte er eine bedingte Geldstrafe von 1800 Franken.

Meistgesehen

Artboard 1