28 Jahre lang hat Daniel Keller den Denner-Laden in Endingen geführt. Es ist der erste Denner-Satellit, der in der Schweiz eröffnet wurde. Heute Samstag begrüsst Keller zum letzten Mal seine Kunden. Der Grossverteiler möchte den Laden modernisieren und das Geschäft umbauen. «Dafür bin ich aber zu alt», sagt der 57-Jährige. Er gehe lieber frühzeitig in Pension. Mit einem grossen Ausverkauf verabschiedet sich Daniel Keller von seinen Kunden. Nach dem Umbau übernimmt sein jüngerer Bruder Valentin Keller.

«Nicht mehr im Laden zu arbeiten, das wird am Anfang schon etwas komisch sein für mich», sagt Daniel Keller. Aber die Freude auf die Pension überwiege. «Nun kann ich endlich mit dem Camper in die Ferien fahren.» Seit er ihn vor zwei Jahren kaufte, habe er den Wohnwagen erst an zwei Tagen benutzt. Keller hat vor, grosse Velorennen wie die Tour de Suisse oder die Tour de France mit dem Camper zu begleiten. «Ich bin ein begeisterter Velofahrer und werde sicher auch ein paar Etappen selber abfahren.»

Bis zum 5. Mai bleibt der Laden geschlossen. Die Wiedereröffnung feiern die Kellers mit einem grossen Fest, bei dem auch das 40-Jahr-Jubiläum gefeiert wird. Für die Kunden ändert sich ab Mai einiges: Heller, moderner und frischer werde das Erscheinungsbild, sagt Keller. «Es wird mehr frisches Gemüse, Früchte, Brot und Sandwiches im Angebot haben.» Die Kassen stehen neu auf der rechten Seite und die Kunden werden auf einem anderen Weg durch den Laden geführt. Zudem hat der Denner von Montag bis Freitag neu ab 6.30 Uhr und am Samstag ab 7 Uhr offen. Die Erneuerung des Ladens steht im Zusammenhang mit dem Wechsel des Ladenformates: Die Denner-Satelliten heissen neu Denner-Partner.

Vater eröffnete Laden 1977

Dass Valentin Keller das Geschäft übernimmt, war für den jüngeren Bruder sofort klar. «Das ist eine Herzensangelegenheit. Unsere Familientradition muss weitergehen», sagt der 45-Jährige. Dass jemand ausserhalb der Familie das Geschäft übernehme, kommt für ihn nicht infrage. Denn sein Vater war es, der den geschichtsträchtigen Laden 1977 eröffnete. Dessen Cousin zweiten Grades und Denner-Gründer, Karl Schweri, wollte dem Laden-Sterben in ländlichen Gebieten entgegenhalten. Das Konzept des Satelliten schlug ein: Der Laden machte am ersten Tag so viel Umsatz wie der «Usego» innerhalb einer Woche, den Kellers Vater vorher 20 Jahre lang geführt hatte. Dies legte den Grundstein für die 40-jährige Erfolgsgeschichte der Denner-Satelliten.

Seither hat die Familie Denner im Blut: Neben dem Satelliten in Endingen gehört auch der Laden in Nussbaumen einem der fünf Keller-Brüder, in dem ein weiterer Bruder im Laden mithilft. «Wir sind alles Denner-Kinder», sagt Valentin Keller und lacht.

Er selber führt zurzeit noch den Spar in Lengnau, für den er ab September einen Nachfolger sucht. Bis dahin leitet Valentin Keller zwei Läden. «Kein Problem», sagt er. Mit Unterstützung der Familie könne er die Doppelbelastung meistern. Zwar werde er die Lengnauer Kunden und die tägliche Velofahrt von Endingen nach Lengnau zur Arbeit vermissen. «Aber immerhin habe ich ab Mai den kürzesten Arbeitsweg überhaupt.» Von seiner Wohnung kann Keller nämlich direkt mit dem Lift in den Laden herunterfahren.

Den Denner wird Keller zusammen mit seiner Frau Karin führen. Auch die drei Kinder zwischen 11 und 16 Jahren würden mithelfen. «Das ist in unserer Familie Tradition», sagt er. Von den vier Teilzeitangestellten seines Bruders übernimmt Keller eine. Von den drei anderen hätten unterdessen zwei eine neue Stelle gefunden.

Und ab und zu werden die Kunden auch Daniel Keller wieder im Endinger Denner antreffen – wenn er die Ferienablösung für seinen Bruder übernimmt.